Zerbst l Johanna ist inzwischen dreieinhalb Jahre alt und weiß was sie will, oder besser was sie nicht will. Schon immer ist ihr Frühstücksteller grün mit einem großen gelben Smiley. Doch plötzlich will sie einen anderen Teller haben! „Nach minutenlangem hin und her, zig zur Auswahl stehenden Tellern, landen wir schließlich, richtig, wieder beim grünen Teller mit gelbem Smiley“, liest Mario D. Richardt (Moderator von MDR „Mach dich ran“) eine Alltagsszene aus seinem neuen Buch „Papa, jetzt bist du Prinzessin!“

Lautes Lachen

Richardt ist auf Einladung der Zerbster Stadtbibliothek zu einer Lesung Gast im Fasch-Saal der Zerbster Stadthalle. Die 60 Besucher sind während der gut 90-minütigen Lesung fast durchweg am Schmunzeln oder brechen zuweilen in lautes Gelächter aus, finden sie sich doch in den meisten der gelesenen Geschichten wieder. Kennen doch alle Eltern den täglichen Wahnsinn vom Aufstehen bis zur nicht enden wollenden Gutenachtgeschichte, gespickt mit Zicken, ewigen Diskussionen um Aufräumen, Essen und Zähneputzen.

Besonders putzig seien die kleinen Quälgeister ja, wenn sie etwas haben wollen. „Dann legen sie zuweilen einen Blick auf, der selbst Uli Hoeneß dazu bringen würde, pünktlich seine Steuern zu bezahlen“, beschreibt der Moderator den bittenden Gesichtsausdruck seiner Tochter.

Mit äußerst amüsanten Wortspielen beschreibt Richardt, was ihm und sicher auch allen anderen Vätern und Müttern täglich widerfährt. Schade nur, dass gerade von diesen jungen Eltern nur sehr wenige im Publikum sitzen.

Papa-Erfahrungen

Es geht um Kinderfilme und -lieder, bei denen die Eltern ohne weiteres den Text frei nachsprechen können, um Puppentheater, wo die Pause länger dauert als das Stück, oder Vater-Tochter Erfahrungen auf der Männertoilette.

„Je eher Sie Kinder bekommen, desto eher sind Sie sie auch wieder los“, schließt der Autor seine Lesung. Nein, nicht ganz, der Schlusssatz folgt noch: „Trotz Hektik und Stress sind doch die Kinder unser Leben. Man will nur ihr Bestes, sie beschützen. Man liebt ihr Lachen sogar ihr Schreien und Weinen.“ Allein dafür lohne es sich, Vater zu sein.