Zerbst l Der Sonnabend steht ganz im Zeichen der Fliegerei: Der Zerbster Luftsportverein feiert nämlich 20-jähriges Bestehen, der Vereinsvorsitzende Roland Prokop seinen 70. Geburtstag und der Fallschirmsportverein Zerbst seine „Volljährigkeit“.

Hüpfburg und Karussel für Kinder

Deshalb ist auf dem Gelände des Zerbster Luftsportvereins auch einiges los. So können die Besucher Rundflüge mit einer Cessna 182, der Piper PA 28, der Peregrine SL oder mit dem Doppeldecker Antonov AN-2 unternehmen. Die Kosten für die 20- bis 30-minütigen Flüge liegen zwischen 25 und 35 Euro. Darüber hinaus bietet der Fallschirmsportverein Tandemfallschirmsprünge an (220 Euro). Die Kinder können sich über eine Hüpfburg und ein Karussell freuen.

Für Roland Prokop ist das Fliegen übrigens nicht nur ein Hobby, es ist seine Leidenschaft. „Fliegen hat mich schon immer begeistert“, bringt er es mit einem Satz auf den Punkt.

Anspruchsvolle Landungen

In seinen inzwischen 23 Jahren als Pilot hat er bereits 2100 Flugstunden angesammelt, 45 neue Piloten selbst ausgebildet und dadurch auch schon über 10.000 Landungen absolviert. Diese werden ebenfalls mit aufgezählt, weil sie zu den anspruchsvollsten Manövern beim Fliegen gehören. So soll beispielsweise schon der deutsche Flugpionier Hans Grade gesagt haben: „Lerne landen, dann kannst du fliegen.“ Auch Roland Prokop bestätigt, dass es beim Landen viel zu beachten gilt: „Man muss permanent die Sinkrate und die Geschwindigkeit beobachten. Man muss wissen, wann man welche Schalter zu drücken hat, wann die Landeklappen ausgefahren werden müssen und vieles mehr.“

In die Lüfte steigen

Der Zerbster hatte schon zu DDR-Zeiten den großen Wunsch, in die Lüfte zu steigen, durfte jedoch nicht. Das änderte sich nach dem Mauerfall. „1996 habe ich mir dann meinen Traum erfüllt und den Pilotenschein gemacht. Ich dachte mir ‚Wenn nicht jetzt, wann dann?‘“, erinnert sich Roland Prokop. Drei Jahre später, im Jahr 1999, gründete Roland Prokop mit 13 Gleichgesinnten den Luftsportverein Zerbst.

Neues fliegerisches Leben

Wenige Jahre später ersteht der Verein eine rund 30 Hektar große Fläche auf dem ehemaligen Zerbster Militärflugplatz. Als Sonderlandeplatz haucht der Verein dem Ort wieder neues fliegerisches Leben ein. „Ich fand es unsinnig, dass Fluginteressierte oder Piloten aus Zerbst und Umgebung immer zu anderen Flugplätzen mussten, obwohl wir einen Flugplatz direkt vor der Haustür haben“, erklärt Roland Prokop.

29 Mitglieder

Jetzt hat der Verein schon seit einigen Jahren den Sonderlandeplatz und das Vereinsheim vor der Haustür. Aus den 14 Mitgliedern sind mittlerweile 29 geworden. Zudem verfügt der Luftsportverein über zwei eigene Flugzeuge. Darüber hinaus haben sich mit dem Fallschirmsportverein und dem Flugmodellsport- und Freizeitclub zwei weitere Gruppen gefunden, die ähnliche Interessen wie der Luftsportverein verfolgen. Kein Wunder also, dass am Sonnabend auch zusammen gefeiert wird.