Loburger Kantorei feiert mit Erntedankgottesdienst das 20-jährige Chorbestehen

Mit einem orgelspielenden Holländer fing alles an

Von Stephen Zechendorf

Die Loburger Kantorei kann in diesem Jahr auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Am 7. Oktober soll des 20-jährigen Jubiläums in einem festlichen Erntedank-Gottesdienst gedacht werden. Anschließend lädt die Kantorei zu einem kleinen Sektempfang ein.

Loburg l "Ich kann Orgel spielen, brauchen Sie einen Organisten?" Mit diesen Worten meldete sich im Jahr 1991 ein junger Mann, der aus Holland kam, beim Pfarramt in Loburg. "Letztlich war die Antwort Ja", erinnert sich Roswitha Müllenhaupt, Sprecherin der heutigen Loburger Kantorei.

Und so zog Fred Steltner - so hieß der junge Mann - in das "Alte Pfarrhaus" in Loburg ein und versah den Organistendienst. Ein Jahr später befand Steltner, dass die Gemeinde doch auch einen Chor haben sollte. "Es waren etwa 18 bis 20 zum Teil schon chorerfahrene und sangesfreudige Männer und Frauen, die daraufhin zusammen kamen", berichtet Roswitha Müllenhaupt. Gesungen wurden zunächst schlichte und einfache Lieder.

Zu dieser Zeit wurde in Loburg die "Loburg-Initiative" begründet, jenes musikalische Benefiz-Projekt um das Ehepaar Maria und Dankwart Mohrmann-Meßing, welches der Restaurierung der Loburger Kahrlingorgel diente. "Unser Chor wurde damals sofort in diese recht anspruchsvollen Programme mit einbezogen", so die Kantoreisprecherin. Für die Mitglieder bedeutete dies intensives Üben - aber es machte viel Spaß.

Zu diesen jährlichen Konzerten mit Musikern aus dem Ruhrgebiet gab es teilweise auch Verstärkung aus der katholischen Gemeinde und aus benachbarten Orten. Schon bald erklang mit dem Orchester, der Sopran-Solistin Maria Mohrmann und dem Chor Mozarts "Laudate Dominum", das "Ave Verum" oder Chorpartien aus Vivaldis "Gloria", Bachs "Bauernkantate" oder Mendelssohn Bartholdys Hymne "Hör mein Bitten".

Mit Kantor Roland Theuring kam die Beständigkeit

Doch die ersten zehn Jahre der Kantorei waren nicht immer nur leicht: Nach etwa drei Jahren verließ der Chorleiter den Chor. Der damalige Pfarrer Götz Boshamer bemühte sich um Ersatz, und sei es mit Kräften auf Honorarbasis. Das aber führte dazu, dass sich in den kommenden sieben Jahren acht Chorleiter die Klinke in die Hand gaben. "Jeder hatte eine andere Auffassung von Musik und eine andere Art, einen Chor zu leiten", erinnern sich Chormitglieder von damals. Mit dem Jahr 2002 wurde dies anders. Kantor Roland Theuring trat in den Dienst des Organisten und Kantors.

Damit folgte für den Chor eine regelmäßige und gut durchdachte Chorarbeit. "Für jedes Kirchenjahr erstellte Kantor Theuring ein Konzept", so Roswitha Müllenhaupt. Und es standen nicht nur die großen Konzerte im Vordergrund. Es wurde Wert darauf gelegt, das gesamte Kirchenjahr mit seinen Feiertagen mit dem Chor mit zu gestalten und so die Hauptaufgabe der Kantorei zu erfüllen: nämlich mit Musik und Text das Evangelium zu verkünden.

Natürlich gab es jährliche Höhepunkte, für die eine "erweiterte Kantorei" mit Sängern der Nachbargemeinden gebildet wurde. Noch bis zum Jahr 2007 musizierte man mit den Musikern der "Loburg-Initiative", nun aber unter der Leitung von Kantor Theuring. Im Jahr 2008 wurden unter dessen Leitung weitere Konzerte gestaltet, jeweils mit Hilfe von Gastinstrumentalisten oder Solisten. Hervorzuheben ist in dabei die Bereitschaft der Chormitglieder, die Gastmusiker bei ihren Auftritten in Loburg gastlich zu betreuen. So wurden auch die 60 Chorknaben und 15 Musiker des Stuttgarter Hymnusknabenchores beherbergt.

Männer fehlen mit Tenor- und Bass-Stimmen

"Bei aller ernsthaften und disziplinierten Chorarbeit waren wir aber auch bei mancher fröhlichen Party zusammen", räumt Roswitha Müllenhaupt gerne ein. Im Jahr 2010 trat Kantor Roland Theuring in den Ruhestand. An seiner Stelle steht seit fast zwei Jahren Kantor Thorsten Fabrizi.

Auch weiterhin wollen die Sangesbrüder und -schwestern die Kirchengemeinde begleiten und erfreuen. Es werden jedoch immer neue Mitstreiter gesucht. Besonders Männer fehlen in den Stimmen Tenor und Bass.

Wer sich von der Qualität der Loburger Kantorei überzeugen möchte, kann dies beim Erntedankgottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche Loburg am 7. Oktober um 10 Uhr erledigen. Anschließend lädt die Kantorei zu einem kleinen Sektempfang ein.