Zerbst l Ein kleines Jubiläum feierten die Teilnehmer im Willkommens- und Begegnungscafé in der Zerbster Trinitatiskirche auf der Heide. Bereits zum zehnten Mal öffneten sich die Türen für Migranten und Zerbster Bürger. Bei Kaffee, Kuchen und Plätzchen kamen die Neu-Mitbürger mit den Einheimischen ins Gespräch und knüpften Kontakte.

„Die Nachmittage sind immer gut besucht. Viele Familien nutzen unser Angebot. Wir spielen, lesen, backen oder basteln mit den Kindern“, erzählte Romy Specht, Mitarbeiterin der Kirchengemeinde St. Trinitatis und St. Nicolai, die auch Initiatorin des Begegnungscafés ist. Ziel des Angebotes ist es auch, den ausländischen Mitbürgern die deutsche Kultur und Lebensweise näher zu bringen. „Das gestaltet sich zuweilen schwierig. Man darf da nicht mit allzu hohen Erwartungen herangehen. Das braucht Zeit“, erklärte Romy Specht weiter.

Mitorganisatoren der Nachmittage sind Kerstin Niese, Verantwortliche für Migrantenarbeit und Karin Zander, Flüchtlingsbeauftragte, beide Mitarbeiterinnen der Diakonie. Das Begegnungscafé ist die einzige Plattform in der Stadt, wo Ehrenamtliche, Zerbster Bürger und Flüchtlinge sich regelmäßig austauschen können.

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Zahlreiche Veranstaltungen

Regelmäßig alle zwei Monate lädt die Kirchengemeinde Zerbster und Flüchtlingsfamilien ins Begegnungscafé in die Trinitatiskirche ein. Auch zwischendurch gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Während die Kinder ausgelassen spielten, tobten oder bastelten, kamen die Flüchtlingsfamilien und die Zerbster ins Gespräch, es wurde Hilfe bei Behördenangelegenheiten oder den ganz alltäglichen Alltagsproblemen gegeben. „Das trägt natürlich auch dazu bei, vorhandene Vorurteile abzubauen“, freute sich Romy Specht.

Wie immer an diesen Nachmittagen, lagen auch eine Vielzahl von Spenden bereit. So konnten sich die Familien benötigte Kinderkleidung, Spielsachen, Bücher, Gebrauchsgegenstände und vieles mehr aussuchen und mitnehmen. Am Ende lud Romy Specht alle Zerbster zum Gemeindefest der Kirchengemeinden am Sonntag, 11. Juni, ab 14 Uhr in die Trinitatiskirche ein. Eine Hüpfburg und eine Mal- und Bastelstraße werden für die kleinen Besucher für reichlich Spaß sorgen. Um 17 Uhr findet dann eine Gospelmesse mit gleich zwei Gospelchören aus Klein Machnow und Dessau statt.

In der Stadt Zerbst sind aktuell 176 Flüchtlinge, davon viele Familien, untergebracht. Wohnungen in Zerbst und Nedlitz wurden dafür zur Verfügung gestellt. Unter den Asylsuchenden sind insgesamt 72 Kinder und Jugendliche. Lediglich vier Minderjährige ohne Begleitung wurden registriert. In der vergangenen Woche wurden 25 Neuzugänge vom Landkreis zugewiesen, so Christian Neuling, Flüchtlingskoordinator der Stadt Zerbst..