Zerbst l Manchmal ist es einfach eine „Win-Win-Situation“ – so auch im Fall der Lindauer Burg, dem Heimatverein Lindau und dem Verein Fratres Militiae Templi Alemaniae – Förderverein zur mittelalterlichen Darstellung des Ordens der Tempelritter. Die einen finden einen schönen Platz, die anderen beleben ihr Objekt.

„Im vergangenen Jahr waren wir in Jerichow zu einem Mittelalterfest und durch einen kleinen Unfall sind wir auf dem Weg nach Halle an Lindau vorbei gefahren. Ich sah die Anlage, informierte mich danach im Internet und nahm Kontakt auf. Die Besichtigung begeisterte mich und wir waren uns schnell einig“, sagt Christian Petrich, Vereinsvorsitzender des mittelalterlichen Fördervereins. Er kontaktierte den Lindauer Heimatverein und brachte auch gleich die Idee vor, mit dem Verein auf der Burg ein Wochenende zu verbringen. Ein Heerlager, bei dem Freunde des Mittelalters Dingen wie trainieren und Reparaturen an Waffen nachgehen können. Nichts großes für den Anfang, kein Programm.

Schon nächstes Wochenende, 20. bis 22. Juli, soll es soweit sein. Dann wird die Lindauer Burg von Menschen, die wie aus der Zeit gefallen aussehen, besiedelt werden. Es werden nach mittelalterlichem Vorbild gestaltete Lagerstätten aufgebaut und drei Tage wie in der Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert gelebt.

„Das ist eine tolle Sache“, findet Gertrud Rosenauer, Vorsitzende des Heimatvereins Lindau, die die Organisation mit dem Verein übernommen hat. Menschen mit solchem Interesse passten natürlich bestens in die Burg und werden das Bild komplettieren.

Erstmal ohne Markt

„Es wird beim ersten Mal keinen Markt oder Spiele geben, wie man das von anderen Mittelalterveranstaltungen kennt“, sagt Rosenauer. Aber Neugierige können natürlich schauen kommen. Am Sonnabend von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 12 Uhr sind Besucher gern gesehen, die sich einmal die mittelalterlichen Lager anschauen wollen. Läuft dieses erste Wochenende gut, wird schon an eine Fortsetzung gedacht, dann aber zum Tag des offenen Denkmals im nächsten Jahr.

Auch Ortsbürgermeister Helmut Seidler hält das Vorhaben für eine gute Sache. „Wir wollen so viel wie möglich Nutzung auf der Burg haben. Es gab schon einige Vereine, die auf uns zugekommen waren. Auch Schausteller hatten schon wegen Veranstaltungen angefragt, aber meistens ist es nichts geworden. Das war ernüchternd. Jetzt soll es klappen und ich bin gespannt“, so Seidler.