Beim Flug- und Modellsportverein Zerbst wird die Nachwuchsförderung groß geschrieben

Nachwuchs "fliegt" an oberster Stelle

Von Philipp Queitsch

Im letzten Teil der Serie "Jung Alt im Verein" geht es nochmal um Sport. Die Vorsitzenden des Flug- und Modellsportvereins und des TV "Gut Heil" sprechen über Nachwuchsgewinnung und Jugendförderung.

Zerbst l Insgesamt 23 Zerbster Vereine wurden in den letzten Wochen in Hinblick auf die Jugendförderung und die Nachwuchsgewinnung beleuchtet. Dabei stellten sich sowohl Vereine mit ernsthaften Nachwuchssorgen als auch Vereine mit einer regen Jugendarbeit vor. Die für die Serie stichprobenartig ausgewählten Vereine zeigen in ihren Unterschieden jedoch vor allem, dass die Zerbster Vereinslandschaft aktiv, abwechslungsreich und interessant für alle Altersklassen ist.

Fokus auf Jugendarbeit in Vereinssatzung verankert

Einer der beiden letzten Vereine, die vorgestellt werden, hat sich die rege Jugendarbeit nicht nur auf die Fahnen sondern direkt in die Satzung geschrieben. Der Flug- und Modellsportverein Zerbst hat 55 Mitglieder und "etwa die Hälfte ist unter 27 Jahre alt", weiß der Vorsitzende Wolfgang Albert. Im Verein regeln außerdem klare Strukturen die Arbeit mit Kindern (bis 14 Jahre) und Jugendlichen (bis 18 Jahre). "Bei uns wird ein Schüler-Lehrer-System verfolgt. Jedes neue, junge Mitglied bekommt einen erfahrenen Lehrer zur Seite gestellt, der ihm sowohl beim Bauen der Modellflieger als auch beim Fliegen selbst hilft." Genau um diese zwei Punkte geht es im Verein: Modellflieger selber bauen und reparieren und anschließend fliegen lassen. Das können Segel-, oder motorisierte Flugzeuge sein. "Die Kleinen fangen mit Segelfliegern im Freiflug, das heißt ohne Fernsteuerung, an. Die Handstart-Segelflieger für Fortgeschrittene können dann schon vom Boden aus gesteuert werden", erklärt Jugendleiter Michael Boldt.

Mitglieder messen sich in verschiedenen Wettbewerben

In dieser Disziplin ist es auch schon ganz jungen Flugmodellsport-Anfängern möglich, an Wettbewerben teilzunehmen. Der Zerbster Verein nimmt nicht nur regelmäßig an solchen Wettbewerben teil. "Der Zerbster Flugplatz und auch die Elbauen bei Steutz waren schon Austragungsort von bundes-, europa- und vor kurzem auch eines weltweiten Ausscheids.

Um jedoch nicht nur Kinder und Jugendliche für diesen besonderen Sport zu begeistern, werden stets Eltern und oft auch Großeltern mit in das Hobby des Kindes eingebunden. "Wir treffen uns bei gutem Wetter sonntags immer auf unserem Gelände auf dem Zerbster Flugplatz und üben das Fliegen. Das ist auch immer ein Tag der Familien, die dann gemeinsam kommen."

Wenn das Wetter mal nicht passt, wird am Flieger gebastelt und geschraubt. Das passiert in der Jugendmodellbauwerkstatt in der Jeverschen Straße.

Fest steht für Wolfgang Albert: "Jeder kann bei uns sofort loslegen. Wer einmal geflogen ist, ist infiziert vom Modellflug-Fieber". Der Beweis dafür ist die breite Altersspanne. "Die Jüngsten sind erst neun, der Älteste hingegen 83 Jahre alt." Lediglich im Bereich der etwa 30-Jährigen sei der Verein aus Gründen der fehlenden Zeit der Mitglieder etwas dünner besetzt.