Lindau l Das Insektensterben hat dramatische Ausmaße angenommen. Insekten fehlt der Lebensraum. Es gibt kaum noch Wildblumenwiesen. Mit dem Rückgang der Zahl von Insekten geht einher, dass vielen anderen Wildtieren die Nahrungsgrundlage fehlt. Arten, die auf Insekten angewiesen, sind, sind in ihrem Bestand gefährdet. Zudem ist die Bestäubung durch Insekten für viele Pflanzen, darunter zahlreiche Nutzpflanzen, unverzichtbar.

Enge Zusammenarbeit

Inzwischen ist man deutschlandweit munter geworden. Verschiedene Aktionen wurden ins Leben gerufen, um den Lebensraum der Insekten zu erhalten beziehungsweise um wieder mehr zu schaffen. Beim Naturpark Fläming ist man derzeit dabei, in Zusammenarbeit mit den Kommunen kleine Flächen zu finden, um Blühwiesen anzulegen.

Im Kontakt mit der Naturpark-Geschäftsführerin Elke-Andrea Cicieswki sowie der Zerbster Tourismusbeauftagten Viola Tiepelmann sah der Lindauer Ortsbürgermeister Helmut Seidler sofort Möglichkeiten für seine Stadt. Bei einem Vor-Ort-Termin schauten sich die Naturpark-Mitarbeiterinnen Claudia Meier und Nadine Blume potentielle Flächen in Lindau an.

Naturpark stellt Saatgut

Zunächst soll das kleine Dreieck zwischen Turnhalle und Grundschulgelände in Angriff genommen werden. Der Naturpark stellt das Saatgut. Für die Vorbereitung der Fläche setzt der Ortsbürgermeister auf die Unterstützung der AgriCo Lindau. Der Landwirtschaftsbetrieb seinerseits hält bereits Teile seiner Flächen als Blühstreifen vor.

Beim Aussäen sollen die Schüler der Lindauer Grundschule An der Burg einbezogen werden. Gleich hinterm Zaun haben sie schließlich ihr Grünes Klassenzimmer.

Blühende Wiesen

Blühende Wiesen sollen nicht nur Nahrungsraum für Insekten bieten, sondern auch symbolischen Charakter haben, erklärte Claudia Meier. Mit kleinen Flächen fange man erst einmal an. Überall werden Farbtupfer in der Landschaft geschaffen. Mit den Naturparkschulen und Kitas wurde das Projekt schon begonnen, erzählte Meier weiter. Neben Lindau soll auch eine weitere Fläche in Steutz zur Blühwiese umgewandelt werden.

Da liebäugelten Helmut Seidler und Schulleiterin Martina Schub gleich mit der nächsten kleinen Wiese neben der Turnhalle in Richtung Kirche. Dass könnte dann vielleicht im Herbst in Angriff genommen werden.

Helmut Seidler hatte gleich noch mehr Flächen in petto. Er führte die Gäste einmal rund um die Burg. Er könnte sich vorstellen, dass die Hänge ebenfalls dafür geeignet wären. Claudia Meier zeigte sich begeistert. Da stecke viel Potential drin, meinte sie und will überlegen, was man daraus machen kann.