Garitz/Bornum l Bei einer Enthaltung stimmte der Bornumer Ortschaftsrat dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses am bestehenden Standort in Garitz zu. Nun muss nur noch der Stadtrat am 3. Juli den Beschluss dazu fassen.

Rat stimmte zu

Die Enthaltung im Ortschaftsrat kam von Ortsbürgermeister Mario Rudolf. „Mein Favorit ist das nicht“, sagte er, aber alles andere sprenge den Rahmen. Die Entscheidung fiel für die wirtschaftlichste Variante. „Die Chance, alles an einem Platz zu haben, wird nicht genutzt“, bedauert es Mario Rudolf. Er hätte das neue Feuerwehrgerätehaus gerne an der Stärkefabrik gesehen. Ein Veranstaltungsort, ein Dorfzentrum, die Feuerwehr integriert.

Im Zuge der Standortfindung für den Neubau hatte es mehrere Arbeitsberatungen mit dem Zerbster Bürgermeister, dem Ortschaftsrat, der Ortswehrleitung und Vertretern der Stadtverwaltung gegeben. Die Standortvarianten wurden vorgestellt. Dazu gehörte die Sanierung der zur Zeit leerstehenden, allerdings denkmalgeschützten Villa an der Dorfstraße 1 neben der Stärkefabrik. Hier hätten Versammlungsraum der Feuerwehr, Wehrleiterbüro, Küche, Sanitäranlagen und Räume für die Kinder- und Jugendwehr untergebracht werden können. Nach Abriss der derzeit ebenfalls ungenutzten Nebenanlagen hinter der Villa sollte dort separat eine neue Fahrzeughalle mit Umkleideräumen entstehen.

Wohlwollen des Eigentümers

Dazu wäre ein Grundstückserwerb von der Agrargenossenschaft Bornum nötig gewesen. Das Grundstücksproblem, die Grenze verläuft quer über den Hof der Stärkefabrik, wo Veranstaltungen den ganzen Platz beanspruchen, wäre auch für künftig gelöst gewesen. Somit hängt weiter alles vom Wohlwollen des Eigentümers ab, auch falls es mal verkauft wird.

Abweichungen in der Villa-Variante bezogen sich auf eine Komplettsanierung oder Teilsanierung. Für eine Komplettsanierung wurden Kosten in Höhen von 1.025.000 Euro ermittelt, bei der Teilsanierung in Höhe von 935.000 Euro. Die Grobkostenschätzung wurde in Zusammenarbeit mit dem Zerbster Ingenieurbüro Götz erstellt. Ein Ergebnis der Betrachtungen war auch, dass ein DIN-gerechter Umbau der Villa zum Feuerwehrhaus gar nicht durchführbar wäre. Eine maximale Förderhöhe (50 Prozent) für das Vorhaben kann nur bei Einhaltung der Zuwendungsrichtlinien Brandschutz erreicht werden.

Mit geschätzten Kosten von rund 544.000 Euro ging also der Neubau des Feuerwehrgerätehauses am alten Standort ins Rennen. Darin enthalten auch schon die Kosten, die im Zusammenhang mit einem vorübergehenden Ausweichquartier in den Lagerhallen an der Stärkefabrik entstehen. Unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit empfiehlt die Stadtverwaltung den Neubau am alten Standort. „Man muss gucken, was finanzierbar ist“, machte Amtsleiter Zentrale Dienste, Nico Ruhmer, deutlich.

Dass die Feuerwehr ein neues Feuerwehrgerätehaus braucht, steht außer Frage. Ein Neubau ermöglicht es, bessere Bedingungen zu schaffen. Die Kosten von 120.000 Euro mehr, als bei einer Sanierung, halten sich im Rahmen. Mit dem Abriss des alten Gerätehauses, das eine ehemalige Düngemittellagerhalle war, ist dann Schluss mit Salpeter-kontaminierten Wänden, fehlenden getrennten Umkleidemöglichkeiten und Sanitäranlagen. Das gesamte Gebäude hätte energetisch ertüchtigt werden müssen, ein neues Tor für das MTF und eine Zwischendecke wären nötig gewesen. Nun kann alles von Grund auf anforderungsgerecht gestaltet werden.