Zerbst l Im vergangenen Jahr sind die Gehwege in der Zerbster Brüderstraße komplett saniert wurden. Abschnittsweise verschwand die noch aus DDR-Zeiten stammende Pflasterung. Diese wurde durch kugelgestrahlte Betonsteine ersetzt. Während der Maßnahme sind acht weitere Parkplätze zwischen der Mühlenbrücke und dem Markt entstanden. Genau diese acht Parkplätze, die mit einer zeitlicher Begrenzung der Parkdauer ausgewiesen sind, sorgen jetzt für Unmut bei einigen Anwohnern.

„Wir haben mehrere Beschwerden von Bürgern im Bezug auf diese acht Parkplätze erhalten“, schildern die Kontaktbeamten im Zerbster Revierkommissariat, Anja Wernicke und Holger Sticherling, bei einem Vor-Ort-Termin. In der gesamten Brüderstraße gebe es keinerlei Begrenzung bei der Parkdauer, abgesehen von den Zeiten, wo die Kehrmaschine unterwegs ist und die Parkplätze gegenüber den acht neuen Parkplätze, die für Anwohner der Brüderstraße 3 bis 9 reserviert sind.

„Ausgerechnet bei den acht neuen Parkplätzen vor dem Wohnblock Brüderstraße 10 bis 16 wurde die Parkdauer auf zwei Stunden begrenzt – und das auch in der Nacht, was bei den Bürgern auf Unverständnis stößt“, sagt Sticherling. Im näheren Umfeld seien weder Geschäfte, Arztpraxen noch Behörden, mit denen man eine zeitliche begrenzte Parkdauer begründen könne.

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Auch die Begründung, dass Kraftfahrer vom kostenpflichtigen Parken auf dem Markt auf diese Parkplätze ausweichen könnten, ließe er nicht gelten. „Vom Markt bis zu diesen Parktaschen gibt es bereits auf beiden Straßenseiten mehrere Ausweichparkplätze ohne Begrenzungen. Auch die Parkplätze des nahegelegenen Supermarktes könnten hierfür genutzt werden“, erklärt Sticherling.

Sticherling: „Zudem haben die Anwohner des Wohnblocks, wo die neuen Parkplätze entstanden sind, ihre Parkplätze hinter dem Haus, also hofseitig.“ Insgesamt mache also eine begrenzte Parkzeit von zwei Stunden, und das rund um die Uhr, wenig Sinn. Was die Bürger besonders ärgere, dass die Begrenzung auch nachts gilt. „Dafür besteht aus unserer Sicht überhaupt keine Notwendigkeit. Wenn in bestimmten Straßen eine zeitliche begrenzte Parkdauer ausgewiesen wird, dann ist dies in der Regel zwischen 8 und 18 Uhr, analog der Zeit, wo bei kostenpflichtigen Parkplätzen ein Parkschein nötig ist“, erläutern die beiden Kontaktbeamten.

Die Leiterin des Zerbster Ordnungsamtes hat Verständnis für den Ärger mancher Bürger. „Zunächst war auch keine Begrenzung der Parkdauer für die acht neuen Parkplätze geplant“, sagt Kerstin Gudella. Allerdings habe es Kritik von Anwohnern gegeben. „Sie befürchteten, dass die neuen Parkplätze ständig von Dauerparkern belegt werden und sie nicht einmal die Gelegenheit haben würden, ihre Einkäufe auszuladen“, so die Ordnungsamtsleiterin.

Gudella: „Die Verwaltung hat aber kein Problem damit, zumindest die zeitliche Begrenzung von zwei Stunden für die Nacht aufzuheben. Wir werden das jetzt prüfen und sicher kurzfristig eine Entscheidung treffen.“

Die Möglichkeit, vor dem genannten Wohnblock weitere Parkplätze anzulegen, war im März vergangenen Jahres während einer Sitzung des Bauausschusses zur Sprache gekommen. Wie Dietmar Habelmann, Mitarbeiter des Tiefbauamtes, damals ausführte, sei vor dem Wohnblock mit den Hausnummern 10 bis 16 ausreichend Platz für weitere Parkplätze vorhanden.

Der dortige Fußweg weise eine Breite von 4,70 bis 5 Metern auf. Damit bliebe genügend Fläche, um neben einem 2,80 Meter breiten Gehweg ebenfalls noch eine 5,80 Meter lange Parkbucht mit einer Breite von 2,20 Meter anzulegen.

Mit den drei angedachten Bäumen könnten so sechs zusätzliche Parkplätze angelegt werden. Die Variante mit den Bäumen wurde allerdings mehrheitlich verworfen, sodass aus sechs dann acht neue Parkplätze entstanden sind.