Zerbst l An der Seite von Bürgermeister Andreas Dittmann hat Friderike Beck tapfer jeden Gast im Katharina-Saal der Stadt begrüßt. Die 14-Jährige gab die Prinzessin Sophie Auguste Friederike, spätere Zarin Katharina, beim traditionellen Neujahrsempfang. Mehrere hundert Bürger, Unternehmer, Lokalpolitiker und Ehrenamtliche waren der Einladung gefolgt. Kurz ging Andreas Dittmann in seiner Rede auf den vergangenen Dürresommer ein, der vor allem der Landwirtschaft viel Kopfzerbrechen wegen bereitete. „Ob das nun ein klimatisches Ausnahmejahr war oder der Vorgeschmack auf eine Verstetigung in Folge des Klimawandels ist, werden wir bald wissen“, sagte er.

Viele Höhepunkte

Für die Stadt Zerbst war das abgelaufene Jahr ein ganz besonderer Höhepunkt, was den Dialog mit Russland angeht. Schon durch seine Geschichte sieht sich Zerbst eng mit dem Riesenreich verbunden. Das erste Katharina-Forum hatte die Stadt mit organisiert und damit einen Wirtschaftsdialog gestartet. 170 Teilnehmer zählten die Organisatoren bei der ersten Veranstaltung, erinnerte er. Die Veranstaltung soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. Andreas Dittmann sprach sich während seiner Rede für eine Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen aus.

Die Partnerschaft zur russischen Stadt Puschkin besteht 2019 ein Vierteljahrhundert. Neben dem Katharina-Ball soll es eine museale Ausstellung rund um das Thema Katharina II geben. „All das machen wir nicht aus einer Laune heraus. Wir machen das, weil wir damit einen ganz konkreten Beitrag zur Entspannung leisten und uns auch als kleine Gemeinde Kriegstreibern in den Weg stellen wollen. Natürlich ist es auch eine Chance, uns im Standortwettbewerb erkennbar zu positionieren“, sagte er weiter.

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Investitionen und Vorhaben

Dann wandte er sich den öffentlichen Investitionen im zurückliegenden Jahr zu. Nach mehreren Anläufen war es endlich gelungen, die Grundschulen mit jeweils einem sogenannten digitalen Klassenzimmer auszurüsten. Damit zähle die Stadt an der Nuthe zu einer der ganz wenigen Städte, in der alle Grundschulen diese neue Technik zur Verfügung steht, sagte er weiter. In den nächsten Wochen sollen die digitalen Tafeln in den Betrieb gehen und täglich von den Lehrern für den Unterricht genutzt werden. Neben der Installation der Technik mussten sich die Lehrer in den vergangenen Wochen intensiv mit der Thematik befassen und lernen, wie sie die Technik einsetzen und bedienen können.

Deutlich mehr Geld als in den Vorjahren habe die Stadt zudem in den Straßenbau gesteckt, betonte er ohne Zahlen zu nennen. Außerdem kümmere sich die Stadt um den Erhalt der Baudenkmäler, sagte er ebenfalls.

Ein Lob gab es für die Volksvertreter im Stadtrat anschließend: „Vor allem die gute und nicht von Partei- und Fraktionsegoismen bestimmte Arbeit im Rat und in den Ausschüssen hat eine positive Entwicklung unserer Einheitsgemeinde ermöglicht, auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen. Chancen sehen und nicht nur nach Bedenken suchen, halte ich für erfolgversprechender als anders herum“, schilderte er seinen Eindruck. 2019 ist auch Wahljahr. Neben den Orts-, Stadträten und Kreistagsmitgliedern werden die Einwohner der Einheitsgemeinden auch ihren Bürgermeister wählen. „Darum hoffe ich sehr, dass die Kommunalwahlen eine Bestätigung für die aktiven Kommunalpolitiker werden, die sich im Landkreis, für unsere Einheitsgemeinde und für unsere Orte engagieren. Es gehört Mut dazu, sich zur Wahl zu stellen.“