Ronney l  An welcher Stelle man die Gartenschere oder Säge am besten ansetzt, das erfuhren die Teilnehmer an den Baumschnittseminaren im Umweltzentrum Ronney.

Die Baumschnittkurse waren auch in diesem Jahr wieder nachgefragt. Alle vier Veranstaltungen waren gut besucht. Als Expertin war die Gartenbauingenieurin Sabine Priezel aus Wittenberg vor Ort. Sie kommt seit Jahren nach Ronney, um ihr Fachwissen an Hobbygärtner und andere Interessenten weiter zu geben. Ihre Kurse zum Obstbaumschnitt gliedern sich immer in einen theoretischen Teil, auf den dann die Praxis im Garten des Umweltzentrums folgt.

Ganz unterschiedlich sind die Beweggründe der Kursteilnehmer. Die einen sind ganz unbedarft und wollen lernen, wie sie ihre Bäume beschneiden sollten. Die anderen sind langjährige Gärtner und wollen wissen, ob sie alles richtig machen. Im Grunde ist es immer das Gleiche, was Sabine Priezel in ihren Seminaren vermittelt. Die Bäume wachsen schließlich nicht anders, und es gibt keine neuen Erkenntnisse, die aktualisiert werden müssen. Dennoch nimmt Friedrich Schulze aus Reuden immer wieder etwas Neues mit von den Kursen in Ronney. Er war jetzt das dritte Mal dabei. „Jeder Baum sieht jedes Jahr wieder anders aus“, sagt er. Da kann er bei der Expertin noch einmal genau nachfragen oder sich den einen oder anderen Trick abgucken. Um das Gelernte anzuwenden, wachsen genug Bäume und Sträucher bei ihm zu Hause. Im nächsten Jahr macht er bestimmt wieder einen Kurs mit.

Überwiegend den Männern ist es offensichtlich überlassen, die Bäume zu beschneiden. So war im dritten Seminar eine Dobritzerin die einzige Frau in der Runde. Sie war mit ihrem Sohn da. Während sie früher den Garten noch alleine geschafft hat, hilft jetzt der Sohn beim Bäume schneiden. „Ich bin der Zeiger“, erklärte die Seniorin. Das Schneiden wurde bislang nach Gefühl und Erfahrungswerten durchgeführt. Beim Kurs konnte alles wieder aufgefrischt werden, war die Dobritzerin zufrieden.

Luft und Licht brauchen die Triebe. Was sich kreuzt und nach innen wächst, muss weg. Nichts wegnehmen, wo nichts stört – viele Hinweise hatte Sabine Priezel für die Gartenfreunde parat. „Nur Mut, trauen und machen“, forderte sie die Leute auf, „das wächst wieder“.