Zerbst l Der Herbst ist momentan noch in weiter Ferne. Bis die Blätter wieder fallen, soll jedoch die Laubentsorgung in der Einheitsgemeinde Zerbst optimiert werden. Zumindest, wenn es nach der SPD-Fraktion im Stadtrat geht. Um Anwohner von Bäumen gesäumten Straßen zu entlasten, stellte sie den Antrag zu überprüfen, ob eine Terminerweiterung zur kostenlosen Laubannahme, die Bereitstellung von Laubsäcken oder sogar die Entsorgung durch die Kehrmaschine möglich sei. Die Abstimmung im Stadtrat wurde zunächst vertagt und der Antrag stattdessen in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen, der nun über das Thema diskutierte.

„Zwei Termine zur Laubannahme sind zu wenig, und auch der Anlieferort ist nicht ideal“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Krüger. Gerade bei nasser Witterung sei die unbefestigte Annahmefläche am Ahornweg nur schwer mit einem privaten Pkw anzufahren, berichtete er vom schlammigen Untergrund. Deshalb regte er als Alternative an, an bestimmten Standorten der Stadt Container oder Big Packs als Alternative aufzustellen. Ermittelt werden sollten zudem die Kosten, die anfallen würden, wenn die Kehrmaschine die Laubentsorgung übernähme, erläuterte er den eingereichten Antrag.

Mehr Termine sind möglich

Die Anzahl der Termine anzupassen, sei das Leichteste, meinte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Zugleich unterbreitete er den Vorschlag, dass die Stadtverwaltung bei den Anhalt-Bitterfelder Kreiswerken nachfragt, inwiefern die Abholung von Laubsäcken möglich sei, die im Herbst zusätzlich zur Biotonne rausgestellt werden. „Laubentsorgung ist ja keine Zerbster Besonderheit“, so Dittmann.

Das Aufstellen von Containern indes wurde mehrheitlich abgelehnt. Steffen Grey (FDP) bezeichnete es als unpraktikabel. Wo sollten diese aufgestellt werden, ohne Verkehr oder Fußgänger zu behindern? Und wenn, kämen nur kommunale Grundstücke in Frage. Auch an die älteren Bürger dachte er, die wohl nur mit Mühe das viele zusammengekehrte Laub in die hohen Behälter bekommen würden.

Jürgen Borgsdorf (CDU) befürchtete außerdem, dass neben dem Laub auch Müll in den Containern landen wird. „Wenn überhaupt, geht es nur kontrolliert“, gab er zu bedenken. Den Einsatz der Kehrmaschine lehnte er ebenfalls ab. In dem Fall würde das Laub mit anderem Straßenkehricht verunreinigt, „und dann kann ich es nicht mehr zur Kompostierung bringen“, wandte Borgsdorf ein, der selbst eine Recyclingfirma besitzt und sich mit Laubentsorgung auskennt.

Bernd Wesenberg (Grüne) verwies auf die Biotonne, die ebenfalls für Gartenabfälle wie eben Laub gedacht ist. Wenn zu viel anfalle, könnte man es bis zur nächsten Leerung in Tüten zwischenlagern, meinte er. „Wenn man einen großen Nussbaum besitzt, klappt das nicht“, gestand er allerdings ein.

Laubsäcke auch eine Alternative

Stattdessen brachte Wesenberg noch die Überlegung ein, während der laubreichen Zeit beispielsweise mehr Arbeitskräfte im städtischen Bauhof zu beschäftigen. Dieser übernimmt es schon jetzt, das in den Ortschaften von den Bürgern zusammengekehrte Laub von kommunalen Grünflächen zu entsorgen, wie Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella informierte. Diese Abholungstermine sollten öffentlich bekannt gegeben werden, regte Nicole Ifferth (Unabhängige Wählergemeinschaft Zerbst) an. Zugleich wäre sie dafür, die Idee mit der Verteilung von Laubsäcken nicht einfach ad acta zu legen.

Dies werde keinesfalls geschehen, betonte der Bürgermeister. Ihm war bewusst, dass es sich hier um ein brisantes Thema handelt. Wieso soll ich als Bürger das Laub der Stadt mit entsorgen, werde oft argumentiert, erklärte Dittmann. „Bei den Bürgern ist die Laub-entsorgung ein hoch angesiedeltes Thema“, konstatierte denn auch Mario Rudolf (Freie Fraktion Zerbst). Aus dem Grund müsse jetzt darüber diskutiert werden und nicht erst im Herbst, bemerkte Uwe Krüger.