Lindau l „Ich habe da kein Verständnis“, machte sich Iven Eisfeld im Lindauer Ortschaftsrat Luft. Das Geld für eine Flutlichtanlage für den Trainingsplatz auf dem Lindauer Sportplatz war im Vorentwurf enthalten. Im Entwurf, der den Lindauer Bürgervertretern vorlag, fehlte es. 18.000 Euro einfach gestrichen.

„Warum?“, stellte auch Gernot Rosenauer die Frage. Fakt ist, dass es Probleme beim Lindauer Fußballverein gibt. So muss auch der Stadtverwaltung zu Ohren gekommen sein, dass es keine Männermannschaft mehr gibt. Löst sich der Verein auf? BSV-Vorstandsmitglied Maik Gehrmann zeigte sich überrascht, davon wisse er nichts. Für den Nachwuchs zeichnet sich bereits eine Alternative ab. Die SG 1990 Lindau sei willens die Kinder aufzunehmen, erklärte der Vereinsvorsitzende Volker Schub.

Räte wollen Fußball erhalten

Die Sektion Fußball müsse aufrecht erhalten bleiben, meinte Iven Eisfeld auch in der Rolle eines Vaters zweier Kinder. Ohne Nachfolgelösung werde sich die Stadt den Platz einverleiben, sieht er schwarz. Vereine würden kaputt gespielt. Man müsse sich nicht wundern, wie sich die Jugend entwickelt. Stattdessen würden Millionen für das Frauenkloster verschwendet.

Auch Ortsbürgermeister Helmut Seidler weiß im Moment nicht, wie es mit dem Fußballverein weiter geht. Dass der Sportplatz erhalten bleiben muss, ist für ihn keine Frage. Er sieht ihn als Multifunktionsplatz. Das Sozialgebäude wurde errichtet, alle Flächen aufgekauft, es gibt einen Beachvolleyballplatz, eine Kegelbahn.

Alte Anlage ersetzen

Für die Flutlichtanlage, die die alte verrostete ersetzen sollte, sind die Kabel, Schaltkasten, Schaltschrank alles schon vorhanden. Wenn es nach Seidler gegangen wäre, würden auch schon die Fundamente vorhanden sein. Teile für eine Basketballanlage hat der Ortsbürgermeister ebenfalls schon zu liegen. Eigentlich wollte er sich mit Kräften aus der Ortschaft in den nächsten Jahren dem Sportplatz widmen, wenn die Arbeiten auf der Burg und auf dem Friedhof weitestgehend abgeschlossen sind.

Der Sportplatz soll auf jeden Fall erhalten werden, waren sich die Bürgervertreter einig. Im Protokoll ließ der Ortschaftsrat zur Haushaltssatzung die Forderung vermerken, dass die im Vorentwurf enthaltene Kosten f wieder einzustellen sind.

Was für das kommende Jahr im Finanzplan für Lindau enthalten ist, sind 42.000 Euro für die Fußbodensanierung in der Turnhalle. 37.800 Euro sollen davon aus Fördermitteln kommen. „Die Thematik Turnhalle wird uns weiter beschäftigen“, kündigte Helmut Seidler an. Da geht es um Heizung, Sanitär und um die Veränderung der Maßhaltigkeit, damit die Volleyballer Heimspiele austragen können.

Für 2021 finden sich 130.000 Euro für die Zuwegung zur Burg – von der Buswendeschleife bis zum Aufgang – wieder, 97.500 Euro aus Zuwendungen vom Land. Statt einer 75-prozentigen Förderung hätte man 80 Prozent bekommen, monierte Gernot Rosenauer, dass der Ortschaftsrat nicht hinter ihm gestanden habe, als von ihm das Konzept 2017 vorgestellt wurde. Zu der Zeit war auch noch die Überdachung der Freifläche auf der Burg in der Diskussion.

Energiekosten auf der Burg

Im Ergebnishaushalt hinterfragte Gernot Rosenauer die Energiekosten auf der Burg, welche von den Kräften in Arbeitsmaßnahmen verursacht werden. Könnten die nicht Arbeitsamt oder KomBa in Rechnung gestellt werden?

Ansonsten steht Lindau 2019 ein Zuschuss von 5988 Euro für 998 zu Grunde gelegte Einwohner zu. Der Mehrbedarf im Ergebnishaushalt mit der Unterhaltung der verschiedenen Objekte beträgt 37.400 Euro. Der Mehrbedarf bei den Investitionen liegt bei 4200 Euro. Rücklagen hat Lindau keine mehr.