Kleinleitzkau l Bis nach München reiste Carsten Mielchen mit Bellevie und Bayala im Hänger. Die beiden sind zwei Haflinger – Mutter und Fohlen. Die kleine Bellevie, geboren am 26. Mai dieses Jahres, wollte der Kleinleitzkauer beim Süddeutschen Fohlenchampionat der Haflinger und Edelbluthaflinger vorstellen. Das findet einmal im Jahr im Oktober statt und erlebte in diesem Jahr seine zwölfte Auflage in der Olympiareithalle. Da werden Stuten, Hengste und Fohlen aus ganz Deutschland präsentiert.

Carsten Mielchen war der einzige Starter für die Haflinger-Interessengemeinschaft Brandenburg-Anhalt. Er hatte sich bei der regionalen Fohlenschau im Juni qualifiziert und in Kakerbeck den Sieg geholt. An Mielchen war es nun, das Zuchtgebiet mit seinem Edelbluthaflingerstutfohlen zu vertreten.

Tageshöchstnote

Das tat er überaus erfolgreich. Er ließ sein Fohlen von Sophie und Lisa Wachtel, zwei befreundeten Schwestern mit reichlicher Pferdeerfahrung, vorstellen. An der Hand, im Dreieck und in der freien Bewegung wurde es von einem Richtergremium begutachtet und bewertet. Mit einer 9,5 im Trab erreichte es die Tageshöchstnote bei den Stutfohlen. Auch das Interieur spielte eine Rolle. Insgesamt wurde Bellevie am Ende Reservesieger, für Laien bedeutet das insgesamt den 2. Platz.

„Ein Riesenzuchterfolg“, freute sich Carsten Mielchen darüber. Als typstarkes hochmodernes Stutfohlen beschreibt er die Schampus/Neuland-Nachkommin, die Temperament hat und lieb im Wesen ist. Dass ein Fohlen solche Bewertung bekommt, hängt nicht zuletzt von der Abstammung ab. „Ein guter Mutterstamm macht einen Großteil des Fohlens aus, aber der I-Punkt ist ein vernünftiger Hengst“, erklärte es der Kleinleitzkauer.

Mit Schampus hatte Mielchen einen Spitzenhengst gepachtet. Der war Reservesieger 2016. Übers Internet hatte Mielchen den Kontakt aufgenommen. Die Stute hatte Mielchen von Rüdiger Willnow aus Lindau geholt, der sie für sich nicht decken lassen wollte. Am Ende konnte sich auch Willnow freuen, dass seine Stute so tollen Nachwuchs bekommen hat und mit in München war.

Weiter Weg

Der weite Weg hatte sich gelohnt. Ein erheblicher Aufwand war es, mit den beiden Pferden, das Fohlen war schließlich noch nicht abgesetzt von der Mutter, bis nach Bayern zu fahren. Die Prämierung steigert den Wert des Tieres. Es soll für die spätere Zucht gehalten werden. „Ich hoffe, dass es eine hübsche Stute wird“, so Carsten Mielchen. Eine nächste Bewertung würde es für Dreijährige geben. Mit vier Jahren könnte das erste Fohlen kommen.

Der 32-jährige, der aus dem Nachbardorf Garitz stammt, hat seine Freude an der Pferdezucht. Der Opa hatte immer Pferde, erzählte er von frühzeitigen Erfahrungen. Die erste eigene Stute holte er sich 2008 von Rüdiger Willnow. Kutsche fahren, war zunächst angesagt. Dafür hat der Familienvater, der als Konstruktionsmechaniker in der Roßlauer Schiffswerft arbeitet inzwischen kaum noch Zeit. Aber an der Pferdezucht will er weiter dran bleiben.

Für das nächste Jahr ist schon klar, dass „Wito“ von April bis Juli als Deckhengst nach Kleinleitzkau kommt. Er wurde ebenfalls als „Reservesieger“ gekürt. Der leistungsbereite Hengst soll entweder nach der Decksaison 2019 oder im Jahr darauf seine Leistungsprüfung ablegen. Weitere Zuchterfolge sollen nicht lange auf sich warten lassen. Carsten Mielchen würde auf jeden Fall wieder zum Fohlenchampionat fahren, wenn sich die Möglichkeit bietet.