Zerbst l Ein Volksstimme-Leser hat sich an die Redaktion gewandt, um andere Bürger zu warnen. Der Mann, dessen Name nicht genannt werden soll, hatte vor wenigen Tagen eine E-Mail erhalten, in der er zur Zahlung von 500 Euro aufgefordert wird. Der oder die Erpresser behaupten, sie hätten einen Trojaner auf dem Rechner des Zerbsters platziert und haben somit ungehinderten Zugriff auf den Computer und seine Kamera.

E-Mails im Umlauf

Weiter heißt es in dem Schreiben, man hätte ihn über seine eigene Webcam beim Schauen von Pornos und sexuellen Handlungen beobachtet und gefilmt. Das Opfer solle nun 500 Euro in der Online Währung Bitcoins zahlen, ansonsten würden die Täter das Video an Freunde und Verwandte senden und im Internet veröffentlichen. Die Erklärung wie man ein Bitcoin-Konto eröffnet, liefern die Täter freundlicherweise gleich mit.

Recherchiert man ein wenig im Internet, so erfährt man, dass im Moment Tausender solcher Erpresser-Mails verschickt werden. Sie nehmen nicht einmal Bezug auf den Adressaten, sondern sind eher allgemein formuliert. „Ich habe natürlich nicht bezahlt und sofort Anzeige bei der Polizei erstattet“, ist der Zerbster schockiert von so viel Dreistigkeit, zumal er gar keine Webcam besitzt und das Erpresserschreiben nicht einmal an einen privaten E-Mail Account, sondern an den eines Vereins gesendet wurde.

„So bald die Zahlung eingegangen ist, lösche ich das Video und du wirst nie wieder von mir hören. Ich gebe Ihnen 72 Stunden, um die Zahlung zu machen. Danach wissen Sie passiert. Ich kann es sehen, wann Sie diese E-Mail gelesen haben, damit die Uhr jetzt tickt“, heißt es abschließend wörtlich in dem Erpresserschreiben.

„Falls eine solche Nachricht in Ihrem Postfach landet, dann überweisen Sie auf keinen Fall die geforderte Summe. Ignorieren Sie diese E-Mail und melden Sie diesen Vorfall unbedingt der Polizei“, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage.