Zerbst l Um dem hohen Bedarf an medienpädagogischer Praxis gerecht zu werden, stellt die Medienanstalt Sachsen-Anhalt neben ihrem Medienkompetenzzentrum auch drei mobile medienpädagogische Einheiten zur Verfügung: die Medienmobile. Eines davon ist derzeit auf dem Schulhof der Zerbster Grundschule „An der Stadtmauer“ geparkt.

Bild für Bild

Die Grundschüler haben sich vorgenommen einen eigenen Trickfilm zu drehen. Das Projekt „STOPP|TRICK!“ des Medienmobils hilft ihnen dabei. „Es ermöglicht beispielsweise Kindern und Jugendlichen kurze Trickfilme selbst herzustellen“, sagt Christine Schallert, Medienpädagogin, Projetleiterin und Chefin des fünfköpfigen Medienmobil-Teams.

Bevor eine Kamera – Einzelbild für Einzelbild – die Vorlagen der Kinder aufnehmen könne, müssten die Teilnehmer sich eine Geschichte ausdenken, ein Storyboard entwickeln und ihre eigenen Figuren und Kulissen herstellen. Dabei können sie mit Papier, Knete oder auch Spielzeugfiguren arbeiten.

Bilder

„Da es sich hier um Zweitklässler handelt, haben wir in diesem Fall die Geschichten geliefert“, so die Projektleiterin. Ältere Kinder könnten sich durchaus selbst Geschichten für ihre Filme ausdenken. Die Idee zu diesem Projekt hatte Klassenleiterin Sibylle Heyer.

„Hier geht es nicht nur um Medienkompetenz“, betont Heyer. Im Mittelpunkt würde auch die soziale Kompetenz stehen, das Arbeiten in der Gruppe, als Team. „Jedes Kind hat seine eigenen Ideen, Vorstellungen – seinen einen eigenen Kopf“, weiß die erfahrene Lehrerin.

Von der Idee bis zur Realisierung

In diesem Projekt arbeite die Klasse in fünf Gruppen. „Die müssen in den Gruppen zusammenarbeiten, sich in vielen Dingen einigen“, erklärt Heyer. Das klappe in Großen und Ganzen ziemlich gut.

Im nächsten Schritt beginnen sie dann mit der Animation. „Von der Idee bis zur Realisierung sind die Kinder für alle Schritte ihres Filmes selbst verantwortlich“, erläutert die Projektleiterin.

Dabei seien sie selbst die Regisseure, Tonassistenten oder Drehbuchautoren. Das heißt: es müssen die Filmkulissen gebastelt werden und die Geschichten müssen im Studio vertont, also mit Geräuschen und Sprechern versehen werden. Sind die Einzelbilder mit der Trickbox aufgenommen, werden die einzelnen Szenen mit Musik oder dem aufgenommenen Sprechertext am Computer unterlegt.

Jede der fünf Gruppen verfilmt ihre eigene Geschichte und in allen Trickfilmen wird es um Tiere gehen. So wünscht sich beispielsweise eine Schildkröte Salat zum Geburtstag, bekommt allerdings vom Löwen Fleisch und vom Nilpferd ein Schlammbad. Ob das Panzertier doch noch ihren Salatkopf bekommt?

Ente verliert Küken

In einer weiteren Geschichte verliert die Ente Karla zwei ihrer Küken. Ganz schnell finden sich viele tierische Freunde, die ihr suchen helfen.

„Und noch etwas lernen die Kinder: In den Geschichten geht es um gegenseitige Hilfe, Freundschaft und Zusammenhalt“, sagt die Klassenleiterin und ergänzt: „Wir sind alle gespannt auf den Freitag, denn da werden die fertigen Filme präsentiert und besprochen“

„Durch diese medienpädagogischen Projektarbeit werden Kinder von reinen Medienkonsumenten, zu aktiven, kritischen und selbstbewussten Mediennutzern“, erläutert Projektleiterin Christine Schallert das Ziel Ihrer Arbeit in den Schulen.