Zerbst | Grazil steht Gunther im Käfig. Der schlanke Körper wirkt durchtrainiert wie es sich für einen Modernen Englischen Zwergkämpfer gehört. So heißen die kleinen Hühner, denen sich Philipp Zeidl in seiner Freizeit verschrieben hat. Nicht nur äußerst zahm sind die Tiere, sondern ebenfalls sehr elegant, wie der Güterglücker findet.

„Ich züchte sie seit 2013“, erzählt der junge Familienvater. „Das ist ein wunderbarer Ausgleich zu meinem anderen Hobby, dem Motocross“, blickt er lächelnd zu Gunther hinüber. Der zierliche Hahn mit dem silbrig-schwarzen Gefieder und dem leuchtend roten Kamm hat ihm einen Vereins-titel bei der diesjährigen Ausstellung des Zerbster Rassegeflügelzuchtvereins beschert – der ersten, an der Philipp Zeidl teilnimmt.

Verschiedenste Rassen

186 Enten, Gänse, Hühner, Tauben und Zwerghühner in 20 verschiedenen Rassen und 45 Farbschlägen beeindrucken die vielen Besucher am Wochenende im einstigen „Ankuhner Festsaal“. Die prachtvollen Tiere spiegeln anschaulich den Beitrag der Vereinsmitglieder zur Sicherung der Artenvielfalt wider.

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Von „Biodiversität, die sie praktizieren“, spricht der CDU-Bundestagesabgeordnete Kees de Vries, der die traditionelle Veranstaltung gern besucht. „Weil ich es einfach schön finde“, erklärt der Landwirt aus Deetz. Zugleich weiß er aus eigenen Erfahrungen, wieviel Aufwand hinter dem Hobby steckt. „Ich habe festgestellt, dass sich Tauben sehr gern fortpflanzen und dass ihre Haltung sehr viel Arbeit macht“, bemerkt der gebürtige Niederländer schmunzelnd.

Verantwortungsvolles Hobby

Im Gegensatz zu manch anderem Hobby, das man hervorhole, wenn man Lust dazu habe, sei die Rassegeflügelzucht ein anspruchsvolles Unterfangen, meint Andreas Dittmann (SPD). „Sie müssen tagtäglich Verantwortung übernehmen“, zollt der Zerbster Bürgermeister den Züchtern seinen Respekt. Unterdessen freut sich Volker Krüger (CDU), der den erkrankten Landrat Uwe Schulze vertritt, dass sich wieder jüngere Menschen für diese wertvolle Freizeitgestaltung begeistern.

Von vier Neuaufnahmen – darunter zwei Frauen – berichtet der Vereinsvorsitzende Hermann Stephan. In seiner Begrüßungsrede erzählt er von den regelmäßigen Treffen der Züchter, die dem Erfahrungsaustausch, der gegenseitigen Motivation und der familiären Geselligkeit dienen.

Freude über Neuaufnahmen

Durch die Eintritte zählt der Verein momentan 37 Mitglieder. Diese positive Entwicklung zeigt sich auch in der aktuellen Ausstellung. Erstmals sind japanische Ohiki und Chabos zu sehen. Es handelt sich ebenfalls um Zwerghühner, wie Gunther eines ist. Mit seinen gefiederten Zwergkämpfern hat auch Philipp Zeidl das Rassespektrum des Zerbster Vereins bereichert, für den nun die nächste Zuchtsaison beginnt.