Zerbst l Wenn die Wasserretter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zum Einsatz gerufen werden, geht es eher um Sekunden, denn um Minuten. „An einem speziellen Fallbeispiel trainieren wir das Tauchen bei Strömung“, erklärt Andreas Triebel aus Halle, Referent Tauchen.

Eine Person werde vermisst, so die Ausgangslage des Trainings. „Die Einsatztaucher begeben sich dann auf Tauchgänge, sowohl vom Buhnenbereich als auch vom Boot aus“, sagt Triebel.

Kondition und Taktik

Einsätze in Strömungsgewässern müssen wie alle anderen Szenarien regelmäßig trainiert werden. „Hier geht es auch um Kondition und Taktik“, betont Andreas Triebel.

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Taktik sei beispielsweise beim Elb-Querschwimmen gefragt. „Es nützt wenig, auf Teufel komm raus ans andere Ufer zu gelangen“, weiß der erfahrene Taucher.

Die eigenen Kräfte dabei einzuteilen, sei unabdingbar. „Die Tauch- und Schwimmausbildung wird mit einem Motor-Rettungsboot abgesichert“, sagt Triebel.

Auf Schiffe achten

Besondere Beachtung gelte natürlich dem Schiffsverkehr. „Auch Treibgut, spitze Gegenstände oder Scherben können den Einsatztauchern gefährlich werden“, zählt Triebel einige der Gefahren auf.

Einsätze in Winter und Sommer

Auch Munition sei eine Gefahr. „Hier ist besondere Sorgfalt geboten. Wird Munition gefunden, werden sofort Spezialkräfte der Polizei und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hinzugerufen“, erklärt Triebel.

Die Ausbildung müsse ebenso vielfältig sein wie die Einsatzszenarien. Da geht es unter anderem um das Bergen von Fahrzeugen oder Retten von Menschen. Einsätze gibt es sowohl im Winter als auch im Sommer. „Nur einen Tag vor der Ausbildung wurden die Halberstädter Kameraden zu einem Steinbruchsee gerufen“, erzählt Andreas Triebel.

Ein Jugendlicher sei ins Wasser gesprungen und nicht wieder aufgetaucht. „Die Kameraden konnten den Jungen nur noch tot bergen. Das sind schon tragische Einsätze“, so der Taucher.

Die Hallenser Kameraden mussten vor knapp zwei Wochen einen Wagen aus der Saale bergen. Die Zerbster Wasserretter bargen Mitte Februar einen Pkw aus der Elbe, im Auto, eine tote männliche Person.

Lebenswichtig

Nur zwei Wochen später ein Einsatz am Zerbster Schlossteich. Hier war vermeintlich ein Kind ins Eis eingebrochen. Glücklicherweise sei dies aber nicht der Fall gewesen. „Dies sind nur einige Beispiele von Einsätzen in den letzten Monaten. Da ist Training lebenswichtig“, sagt Triebel.

Dies hier sei eine Ausbildung des Landesverbandes, an der die Ortsgruppen Tangermünde, Halberstadt, Halle-Saalekreis, Leuna-Merseburg und Zerbst-Roßlau mit Jenny Walther und Karsten Mengewein teilnehmen.

„Natürlich absolviert jede Ortsgruppe individuelle Trainingseinheiten im Tauchen, auch mal mit anderen Ortsgruppen gemeinsam“, erklärt Andreas Triebel. Zudem gebe es demnächst ein zentrales Taucherlager über mehrere Tage in Arendsee.