Übungseinsatz der Freiwilligen Feuerwehr in der Grundschule "An der Stadtmauer"

Rettung verläuft problemlos, aber parkende Autos stören

Von Tobias Dachenhausen

Ein Übungseinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Zerbst überraschte nicht nur die Schüler, sondern auch einen großen Teil der Lehrerschaft. Aufmerksamkeit galt dem Handeln der Schüler in einer Paniksituation und dem Zurechtfinden der Kameraden im Gebäude. Nebenbei wurde auch auf das Parkproblem vor der Schule aufmerksam gemacht.

Zerbst. Die Hand vor Augen war nicht mehr zu erkennen, als Steffen Schneider, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Zerbst, die Fernbedienung seiner Nebelmaschine bediente. Kurz vor 13 Uhr wurde dann der Alarm ausgelöst. "Der Nebel ist ungefährlich, nimmt einem aber sehr effektiv die Sicht und das wollen wir hier heute simulieren."

Nur wenige Lehrer wurden von Schulleiterin Helgard Kuhrig informiert. Der Einsatz kam genauso überraschend für sie wie für die Schüler. "Der Überraschungseffekt und der authentische Einsatz der Feuerwehr ist ganz wichtig, um die Lehrer für diese Situationen zu sensibilisieren", sagt Kuhrig. Zu Beginn des Schuljahres werden die Schüler über diese Situationen belehrt, auch der Weg über die Fluchttreppe wird im Laufe eines Schuljahres trainiert. "Einfach um den Kindern die Angst davor zu nehmen", begründet die Schulleiterin.

Während sich die meisten Schüler sehr schnell und diszipliniert aus dem Gebäude entfernten, wurde eine Klasse in einem Raum eingeschlossen. Kameraden der Feuerwehr rannten in den nebeldurchfluteten Flur und beruhigten die Kinder, während von der anderen Seite der Hubsteiger eingesetzt wurde, um sie aus dem Gebäude zu holen. "Eine ganz wichtige Übung für die Kameraden, um sich an die Gegebenheiten der Grundschule zu gewöhnen", erklärt Schneider.

Ein paar Tränen der Angst flossen, aber die Kinder der Grundschule schlugen sich wacker. "Ich bin mit den Schülern sehr zufrieden. Alle haben sich an die Vorgaben der Lehrer gehalten und sind für den Ernstfall gewappnet", resümiert die Schulleiterin.

Der Einsatz der Feuerwehr machte aber zudem auf ein ganz anderes Problem aufmerksam. Das Ignorieren des Parkverbotes im Wendehammer Am Plan und auf der Schulseite, wenn die Eltern ihre Kinder abholen, bereitet bei einem derartigen Einsatz starke Probleme. "Wenn es dringend ist, kommen wir hier mit dem Löschfahrzeug einfach nicht durch", erklärt der Ortswehrleiter. Auch eine Zufahrt auf den Schulhof ist durch die links parkenden Autos nicht möglich, so dass Ordnungsdezernent Andreas Fischer gemeinsam mit Vertretern des Ordnungsamtes während des Einsatzes über eine Erweiterung des Halteverbots diskutierte. "Es kann nicht sein, dass die Einsatzfahrzeuge hier nicht schnell genug an den Einsatzort kommen. Wenn es wirklich mal brennt, kann das gefährlich werden", so der Ordnungsdezernent.

Die Schulleiterin rät den Eltern, auf dem großen Parkplatz beim Kindergarten zu parken. "Das sind nicht mal 200 Meter und die Kinder müssen auch nicht über eine Straße, um den Platz zu erreichen."