Güterglück l Die Biogasanlage und die Förderschule gehören zu den Risikoobjekten in Güterglück. „Wir sind glücklich, dass wir jetzt den Löschwasserteich haben“, sagte Ralf Buchholz am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortschaftsrates. Der Güterglücker Ortswehrleiter hat bei der Erstellung der Fortschreibung der Risikoanalyse mitgewirkt, so dass er das Papier seinen Mitstreitern im Rat vorstellen konnte.

Zahlen sind rückläufig

Mit 48 Mitgliedern wird die Güterglücker Ortsfeuerwehr in der Analyse geführt. „Die Zahlen sind rückläufig“, teilte Buchholz mit. Zwei Austritte hat es zum neuen Jahr gegeben. Es sind zu wenige Kameraden, die in den Einsatz dürfen, beklagte der Ortswehrleiter. 22 sind es laut Statistik, 36 müsste Güterglück eigentlich haben.

In den Jahren 2015 bis 2017 wurden die Güterglücker zu 58 Einsätzen gerufen, wovon 30 Brandeinsätze waren. Wie eine Feuerwehr aufgestellt ist, darin fließen auch die Tageseinsatzbereitschaft und die Besetzung der Funktionen ein. Bei der Bewertung der Ortsfeuerwehr zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit erreicht Güterglück gerade mal 117,52 Punkte von 201. Die ehemalige Stützpunktfeuerwehr verfügt damit nur über eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. „Es ist erschreckend, aber das ist nun einmal so“, bedauert Ralf Buchholz.

Angliederung an Wehren

Im Brandschutzbedarfsplan sind nun die Überlegungen eingeflossen, das Risiko, das in der Analyse aufgezeigt wird, zu senken – durch Personalüberlegungen, Anschaffungen und Ausstattung, Zusammenarbeit und weitere Einflussfaktoren. Auf die Güterglücker kommt die Angliederung der Ortsfeuerwehren Gehrden und Moritz zu. Ein Zusammenschluss der drei Ortsfeuerwehren zur dann „großen“ Ortsfeuerwehr Güterglück soll erfolgen. In Gehrden und Moritz (Gerätehaus Schora) sollen unselbständige Standorte gebildet werden, um diese vor Ort zu erhalten und die dort aktiven Kameraden zu binden.

Das Schließen und Auflösen der kleinen Gerätehäuser sei keine Alternative, machte Buchholz auf die Nachfrage deutlich, ob dies denn nicht kostengünstiger sei. Die Standorte sind in der Fläche nötig, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Außerdem sind die Feuerwehrleute in ihren Orten verwachsen.

Zu wenig Personal

In Gehrden und Moritz gibt es keine selbständige Ortswehrleitung mehr – zu wenig Personal, fehlende Qualifikationen, erläuterte Ralf Buchholz das Problem. Nach dem Zusammenschluss würde die künftige Ortsfeuerwehr Güterglück 36 Kräfte im Einsatzdienst zählen.

Bei der geplanten Umstrukturierung der Feuerwehr soll im Abschnitt „Zerbster Land“ der Löschzug Güterglück mit den Standorten Gehrden und Schora, Nutha, Walternienburg und Gödnitz gebildet werden. Ansonsten wurde in der Bewertung des Risikos festgestellt, dass am Standort Güterglück aufgrund der Gebäudehöhen eine dreiteilige Schiebeleiter notwendig ist. Diese Maßnahme soll in diesem Jahr mit entsprechenden Umbauarbeiten am Fahrzeug umgesetzt werden.

Bauliche Anpassung nötig

Am Feuerwehrgerätehaus in Güterglück bedarf es auf Grund des Altbaus einiger baulicher Anpassungen, erläuterte Buchholz. Dabei gehe es auch um Sicherheitsanforderungen, die gewährleistet werden müssen. Entscheidend sei aber die Frage nach dem Personal, betonte Ralf Buchholz noch einmal mit Nachdruck. „Wenn der Bürger Sicherheit haben will, muss er sich aktiv in der Feuerwehr engagieren“, machte er deutlich, „ein anderer kommt da nicht.“

Verständnis

Bei den Ortschaftsratsmitgliedern traf das Ansinnen auf Verständnis, aber Vorschläge, wie neue Mitglieder für die Feuerwehr gewonnen werden können, gab es keine. Da sollten auch einmal die anderen Ratsmitglieder aktiv werden und die Leute im Dorf ansprechen, meinte Buchholz. Darüber könne man noch einmal in einem Arbeitstreffen diskutieren, schlug Ortsbürgermeister Moritz Schwerin vor. Die zeitaufwendige Ausbildung sei ein „Kraftakt“, meinte er.

Für die Risikoanalyse und den Brandschutzbedarfsplan gab es die Zustimmung vom Ortschaftsrat.