Zerbst l Wie geht es weiter mit dem Schloss-Ensemble? Gemeint ist damit nicht nur das Schloss selbst, sondern auch alle weiteren historischen Gebäude, wie unter anderem der Marstall oder die Orangerie, die sich im Zerbster Schlossgarten befinden. Um diese Gebäude nicht aus den Augen zu verlieren und eine Meinungsbildung zum weiteren Vorgehen voranzutreiben, hatte Helmut Seidler (Freie Fraktion, FFZ), Vorsitzender des Bauausschusses, das Thema Rückbau der Aufschüttung im Bereich der Orangerie auf die Tagesordnung gesetzt.

Der Rückbau dieser Aufschüttung würde zur Wiedersichtbarmachung der barocken Grundform führen, so Seidlers Ansinnen. Im Blick hat er dabei auch das Zerbster Prozessionsspiel, das im Jahr 2022 seine Fortsetzung, mit dem Schloss als Hintergrundkulisse, seine Fortsetzung findet. Diese Festivität schreie danach, dass das gesamte Umfeld des Schlosses betrachtet und mit eingebunden werden sollte, so Seidler.

Diskussionen um das Thema

„Wenn wir demnächst im Schlossausschuss zusammenkommen werden, wird das Thema Ensemble Orangerie, Marstall und auch die vor Jahren schon einmal begonnene Sicherungsmaßnahme am Stall, bis hin auch zu bestimmten Diskussionen, die wir aus der Presse entnehmen konnten, was Toilettenanlagen und diese Dinge anbelangt, ein Rolle spielen müssen“, erläuterte Seidler.

Dieser ganze Komplex bedürfe sowohl einer Gesamtbetrachtung als auch einer kritischen Wertung und letztlich auch einer Entscheidungsfindung. Seidler brachte eine ältere Dokumentation ins Spiel, in dem ein dreistufiger Plan zum Wiederaufbau der Orangerie erarbeitet wurde.

„Schritt eins: Wir beseitigen eben jene, nicht denkmalgerechte Auffschüttung zwischen den beiden Eckpunkten der Ruine. Schritt zwei wäre dann die Mauerkronensicherung und die Schließung des gesamten Rückraumes des Orangerie. Und schließlich der Traum, den folgende Generationen vielleicht auch noch träumen werden, der Wiederaufbau der historischen Orangerie“, erläuterte Seidler.

Problematik ansprechen

Uwe Krüger (SPD) fand richtig, die Problematik anzusprechen, sieht aber den Schlossausschuss als erste Instanz für das Schlossgarten-Ensemble. Das sah auch Alfred Schildt (Linke) so. Er plädierte im Übrigen dafür, ein Zukunftspapier zu erarbeiten, wo festgelegt wird, wann, wie und in welcher Reihenfolge die einzelnen Objekte angegangen werden.

Am Ende plädierten die Ausschussmitglieder auf Antrag von Uwe Krüger und Silke Schmidt (beide SPD) dafür, alle Belange, die das Schloss, den Schlossgarten und die darin befindlichen Gebäude betreffen, zuerst im Schlossausschuss zu erörtern, bevor die jeweiligen Themen in den anderen entsprechenden Ausschüssen diskutiert werden.