Steckby l Beim Frühjahrsputz erinnerten Chris Troeder und Holger Behnke daran, dass 2018 in Steckby ein runder Geburtstag ansteht: 20 Jahre Golddorf. Grund genug für die Steckbyer zusammen zu kommen und auf die Ereignisse damals zurück zu blicken.

Anruf im Urlaub

Es war um diese Zeit im September: Ortsbürgermeisterin Regina Frens war im Urlaub in Tirol. Sie wollte zu einer Wanderung aufbrechen an dem Tag, als die Entscheidung im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ bekannt gegeben werden sollte. „Ab 11 Uhr durften wir anrufen“, erinnerte sich Regina Frens. Da sie allerdings los wollte, griff sie schon eher zum Telefonhörer. „Sie sind die Erste“, bekam sie zu hören, worauf sie sich mehrfach für ihren vorzeitigen Anruf entschuldigte. Wieder ließ man sie wissen, dass sie Erste sei. Erst dann machte es klick: Steckby hatte gewonnen. Gold im Bundeswettbewerb! Der nächste Anruf der Bürgermeisterin ging nach Steckby. Dort wurde die frohe Botschaft mit der Glocke im Dorf verkündet, am Abend wurde gefeiert, als Regina Frens aus dem Urlaub zurückkehrte gleich noch einmal.

Auszeichnung in Berlin

Im Januar 1999 fand dann die große Auszeichnungsveranstaltung auf der Grünen Woche in Berlin statt. Regina Frens war ausgewählt, die Dankesworte für die Dörfer zu sprechen. „Vor 3000 Leuten musste ich reden“, so die Steutzerin. Das war dann gar nicht so schlimm, da sich auch die prominenten Vorredner verhaspelten. Außerdem sah man kaum jemanden in dem Scheinwerferlicht. „Da bin ich manchmal zu Hause bei 20 Leuten aufgeregter“, so Regina Frens. Die Medaille, die Unterlagen, Broschüre, Zeitungsberichte und unzählige Bilder vom Wettbewerb damals sind geblieben.

Der 1. Platz im Landeswettbewerb brachte den Steckbyern 138.000 Mark an Fördermitteln ein, die in den Ausbau der Straße am Klaasberg gesteckt wurden. Und mit dem 1. Platz war die Teilnahme am Bundeswettbewerb verbunden. Darauf bereiteten sich die Steckbyer akribisch vor.

Das Großereignis war am 7. September: die Begehung des Ortes durch die Bewertungskomission. Alle Vereine und wohl jeder einzelne Steckbyer war bereit für den Empfang. „Das war aufregend, alles hat gewuselt, alle haben an einem Strang gezogen“, erzählte Regina Frens. Es habe richtig geknistert.

Kutsche stand bereit

Zu einer Gruppe Frauen in Trachten gehörte damals auch Annegret Schulze. „Wir warteten am Ortsausgang in Richtung Steutz auf den Bus mit der Komission“, erinnerte sie sich. Da waren auch zwei Reiterinnen und eine Kutsche stand bereit. „Wir haben Lieder von Erna Joch gesungen“, weiß Annegret Schulze noch, „nur so für uns, um das Warten zu verkürzen.“ „Es war herrliches Wetter und ganz Steckby war gut drauf, die Stimmung war super“, ergänzte sie.

Eine elfköpfige Kommission mit Gräfin Sonja Bernadotte kam ins Dorf. In der Feldscheune fand zunächst die Begrüßung statt. Für den Rundgang waren zwei Stunden Zeit. „Von der Jury wurde nicht nur das bewertet, was wir zeigten, sondern man nahm auch manch anderen Weg ins Visier“, dachte Regina Frens an die Runde zurück. Im Garten der Heimatstube gab es noch Befragungen und eine kleine Auswertung. Dann hieß es warten auf den Tag der Bekanntgabe.

Nominierung 2002

An einem Video von der Begehung hatten die Steckbyer bei der Jubiläumsfeier ihre Freude. Noch einmal dankte die Ortsbürgermeisterin den Beteiligten von damals. Durch den Sieg im Bundeswettbewerb wurde Steckby mit weiteren 14 deutschen Dörfern für den Europäischen Dorferneuerungspreis 2002 nominiert, wo ein mittlerer Platz heraussprang.

Die Steckbyer sind heute noch stolz auf ihren Titel von damals. Ein schönes Dorf ist Steckby geblieben und ein Dorf mit Zukunft, wie es auch der Wettbewerb inzwischen im Titel trägt. Im Moment denken die Steckbyer noch nicht an eine erneute Teilnahme. „Der Aufwand mitzumachen ist enorm hoch schon beim Kreiswettbewerb“, so Regina Frens. Da müsse man mit Herzblut dabei sein, so wie vor 20 Jahren.