Zerbst/Jütrichau l Eigentlich ist sie es, die Zeitungen, Amtsblätter und Post verteilt, kürzlich in Jütrichau bekam Volksstimme-Zustellerin Marion Finger allerdings selbst eine Karte. Ein liebevoll formuliertes Dankeschön mit dem folgenden Wortlaut hielt die Steckbyerin da plötzlich in Händen:

„Sie arbeiten anonym und auch in der Nacht, haben anderen und uns schon früh die Zeitung gebracht. Ob bei Regen, Schnee und Wind, Sie ,wuseln‘ leise und geschwind. So können wir auf leisen Sohlen zum Frühstück uns die Zeitung holen. Dafür sagen wir heute mal ‚Vielen Dank. Und ein Wunsch von uns: Werden Sie bloß nicht krank!  Herzliche Grüße, Ihre dankbaren Leser.“

Gerührt von Geste

„Das war überraschend und bewegend. Mir standen die Tränen in den Augen“, gesteht die 55-Jährige. „Zu Weihnachten bekomme ich öfter mal eine Kleinigkeit, aber so zwischendurch eigentlich nicht“, erzählt Marion Finger. Die nette Geste berührt sie noch immer.

Seit inzwischen 22 Jahren arbeitet die Steckbyerin als Zustellerin. An sechs Tagen die Woche steht sie kurz nach Mitternacht auf, denn gegen 1 Uhr beginnt ihr Job. Sobald die Zeitungen aufgeladen sind, startet ihre Tour.

400 Ausgaben täglich

„Fast 400 Volksstimmen verteile ich“, berichtet Marion Finger. Hinzu kommen zweimal die Woche der Generalanzeiger und alle 14 Tage das Amtsblatt des Landkreises. Nicht zu vergessen ist die Biberpost.

Nachdem sie Briefkästen in Zerbst bestückt hat, fährt die 55-Jährige mit dem Auto weiter nach Jütrichau, Steutz und Steckby. Spätestens um 6 Uhr soll jeder seine Zeitung haben. Egal, ob es regnet, schneit oder glatt ist, Marion Finger erledigt ihren Job mit einem Lächeln.

Sportlicher Job

Das frühe Aufstehen stört sie nicht. Und auch das viele Umherlaufen im flinken Tempo nimmt sie wahrlich sportlich. „Ich sehe es als mein Fitnessstudio“, sagt sie. Zögerlich geht die Steckbyerin nur vor, wenn plötzlich ein Tor offen steht, hinter dem tags zuvor noch ein Hund laut bellte...

Neben Marion Finger sorgen übrigens 37 weitere Zusteller im Altkreis Zerbst dafür, dass jeder Abonnent pünktlich seine Zeitung erhält. Montags bis sonnabends verteilen sie zusammen gut 4800 Volksstimmen an die Haushalte, wie Vertriebsleiterin Ellen Scheibner informiert.