Zerbst l Die Wettkampf-Anlagen im Zerbster Jahn-Stadion sind in die Jahre gekommen und sollen ab dem kommenden Jahr umfangreich saniert und ausgebaut werden. Das Stadion wurde zusammen mit dem Schwimmbad als Ausweich-Trainingssportstätte für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin angelegt, also vor rund 90 Jahren.

Aus dieser Zeit stammen auch die Laufbahn und die Wettkampf-Anlagen. Sie entsprechen keineswegs mehr den zeitgemäßen und heutigen funktionalen Anforderungen sowie den geltenden Normen und Regelwerken für Sportwettkämpfe. Dennoch werden sie noch immer von den zahlreichen Vereinen und Schulen beispielsweise auch für Sportfeste aktiv genutzt.

Grundhafter Ausbau und Sanierung

Bereits 1999 und 2016 wurden deshalb für die Sanierung Entwurfsplanungen und die damit verbundenen Kostenschätzungen in Auftrag gegeben. Sportstättenplaner Stefan Großmann, Geschäftsführer der SG PRO Projektmanagement GmbH Magdeburg, erläuterte im Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss nun die umfangreichen Pläne für die in Kürze beginnende Sanierung.

Die Sportanlagen sollen neu geordnet und einschließlich ihrer Seitenräume und Nebenanlagen unter gesamtkonzeptioneller Einbindung des Umfeldes grundhaft saniert und ausgebaut werden. Dies beinhaltet auch die Entwässerung des Wettkampfgeländes.

„Das Projekt umfasst den Neubau einer wettkampftauglichen Kreisbogen-Kunststoffbahn, eine Weitsprung-Anlage mit zwei Anlaufbahnen und einer Sprunggrube sowie eine Dreisprung-Anlage kombiniert mit der Weitsprung-Anlage“, erklärte der Planer. Außerdem sollen im vorderen Bereich, nahe dem Eingang, zwei Kugelstoß-Anlagen sowie eine Speerwurf-Anlage entstehen.

Baustart 2021, Bauende 2022

„Um Kosten zu sparen und eine bessere Entwässerung zu gewährleisten, werden die Laufbahn und das Fußballfeld um 25 Zentimeter angehoben“, so Großmann. Würde man die Aschebahnen entfernen, müssten diese als Sondermüll entsorgt werden, was wiederum enorme Kosten verursachen würde. „So verbleiben die Aschebahnen und werden überbaut, was aber keine Gefahr für die Umwelt darstellt“, erläuterte Stefan Großmann.

Ebenfalls erneuert werden sämtliche Kabelschächte im Stadionbereich. „Wir verlegen außerdem eine Leerröhre, um später eventuell die Kabel für eine Zeitmessanlage verlegen zu können“, so Großmann. Baubeginn könnte im Frühjahr 2021 sein. Die Fertigstellung sei für Mai 2022 geplant.

1,1 Millionen Euro Kosten

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte im April 2019 die Förderung von 186 kommunalen Projekten beschlossen – darunter auch die Förderung der Sanierung der Wettkampf-Anlagen im Zerbster Jahn-Stadion in Höhe von 990.000 Euro. Bei einer 90-prozentigen Förderung beträgt der Eigenanteil der Stadt 110.000 Euro, was einem Gesamtvolumen von 1,1 Millionen Euro entspricht.

Stefan Großmann geht allerdings momentan von Gesamtkosten für die Sanierung und die Modernisierung des Stadions in Höhe von 1 232 568 Millionen Euro aus. Die fehlenden rund 133 000 Euro müssen aus dem Stadtsäckel ausgeglichen werden.

Im Bauausschuss sagte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) kürzlich: „Nach jetzigem Kenntnisstand gehe ich davon aus, dass ich in einer der nächsten Sitzungen des Stadtrates eine Nachtragshaushaltssatzung einbringen werde.“

700.000 Euro Nachtragshaushalt

Dabei gehe es neben dem Klausurgebäude mit höheren Kosten unter anderem auch um die Sanierung der Kita Lindau, den Umbau des Gerätehauses in Jütrichau und eben das Jahn-Stadion. „Der Nachtragshaushalt wird ein Volumen von insgesamt rund 700.000 Euro haben“, kündigte Dittmann an.

Aufgrund der hohen Investition und des Fehlens entsprechender Haushaltsmittel war die Sanierung bisher nicht realisierbar.