Mittelalterliche Stadtmauer

Schäden an der Sternwarte des Zerbster Francisceums sind umfangreicher als vermutet

Von Daniela Apel
Die Zinnen der Sternwarte des Zerbster Francisceums weisen gravierende Schäden auf.
Die Zinnen der Sternwarte des Zerbster Francisceums weisen gravierende Schäden auf. Foto: Daniela Apel

Zerbst

Der Putz bröckelt, Ziegelsteine sind aufgeplatzt. Klinker sitzen locker oder fehlen ganz. Äußerst marode ist der Zustand der Zinnen des als Sternwarte genutzten Stadtmauerturms auf dem Gelände des Zerbster Francisceums. Eine Sanierung ist notwendig, der Aufwand allerdings größer als zunächst vermutet, wie Nico Ruhmer nun auf Volksstimme-Nachfrage gestand.

Das ist auch mit entsprechenden Kosten verbunden, kurzfristig lässt sich die Maßnahme deshalb nicht umsetzen. „Vor diesem Hintergrund ist geplant, finanzielle Mittel für das Haushaltsjahr 2022 einzustellen“, informiert der Amtsleiter für Zentrale Dienste.

Sicherungsnetze werden angebracht

Zum Schutz vor möglicherweise herabfallenden Steinen wurde der mittelalterliche Turm auf der Hofseite des Gymnasiums inzwischen durch einen Bauzaun abgesperrt. Darüber hinaus sind Sicherungsnetze für die Zinnen bestellt, wie Nico Ruhmer mitteilt. Allerdings verzögere sich deren Lieferung. „Laut Lieferant wegen der Pandemie“, sagt der Amtsleiter.

In den nächsten zwei Wochen sollen die Netze allerdings eintreffen und angebracht werden. Bis zur Sanierung der Turmkrone werden sie lose Mauerwerksteile auffangen, die hinab zu stürzen drohen.

Jährlich sind Gelder für Stadtmauer eingeplant

Für die bauliche Unterhaltung der Zerbster Stadtmauer werden laut Ruhmer in der Regel jedes Jahr 15.000 Euro im Haushaltsplan eingestellt. Die Summe fließt in notwendige Sicherungen.

Die letzte umfangreichere Maßnahme fand 2019 statt, als fast 100.000 Euro in den Kiekinpott investiert wurden. Ein breiter Riss zog sich von oben nach unten durch den markanten Turm, wodurch dessen Standfestigkeit in Gefahr war.