Zerbst l Der Westflügelweg im Zerbster Schlossgarten wird doch nicht verlegt. Das Landesamt für Denkmalschutz und Archäologie hat eingelenkt und „uns die Beibehaltung der aktuellen Wegeführung zugestanden“, informierte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss.

Das Zugeständnis wirkt sich vor allem auf die Kosten aus, die sich nun wieder in der ursprünglichen Kalkulation bewegen sollten. Zuletzt standen knapp 230.000 Euro im Raum, rund 71.500 Euro mehr als kalkuliert und im Haushaltsplan für 2020 veranschlagt. Das hatte im Dezember, als Landschaftsarchitekt Uwe Merz die aktuelle Planung im Schlossausschuss vorstellte, die alte Diskussion über den künftigen Wegeverlauf erneut aufflammen lassen.

Kosten nun wieder im Plan

Die Stadtverwaltung sollte daraufhin zum einen ausloten, ob die Möglichkeit eines Kompromisses besteht. Zum anderen sollte geprüft werden, ob weitere Zuschüsses in Anspruch genommen werden könnten, um die Finanzierungslücke zu schließen. Die zusätzlich beantragten Fördermittel wurden mit Bescheid vom 6. Dezember 2019 bewilligt.

Dittmann empfahl allerdings, diese nach dem Einlenken der Denkmalbehörde nicht in Anspruch zu nehmen. Denn er geht davon aus, dass die Ausgangskalkulation – sprich die eingeplanten 157.800 Euro – jetzt doch ausreichen, um den Westflügelweg zu sanieren. „Bis Ende Febuar können wir den Nachschlag noch unverzinst zurückzahlen“, gab er zu bedenken. Zumal die Stadt für die aufgestockten Fördermittel einen zusätzlichen Eigenanteil von gut 23.800 Euro aufbringen müsste.

Schlossausschuss berät Details

„Wir behalten also die Trassenführung bei und müssen uns nur über Bänke und Bepflanzung Gedanken machen“, konstatierte Helmut Seidler (Freie Fraktion Zerbst). Der Hang hin zum höher gelegenen Schlossareal werde nur etwas profiliert, resümierte der Bauausschussvorsitzende.

Geplant war zuletzt, einen Teil der Böschung abzutragen und den vom Katharina-Weg zur Stadthalle führenden Westflügelweg einige Meter an den Hang heran zu verlegen. Mit dem neuen Sachstand und allen Details wird sich der Schlossausschuss auf seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Bis dahin soll auch eine überarbeitete Kostenschätzung für die nun mögliche Variante vorliegen.