Zerbst l Die anhaltende Trockenheit hat den Wasserstand des Schlossteiches deutlich sinken lassen. Bereits seit Wochen sorgt der Zustand des Gewässers für Diskussionen. Inzwischen sind die ersten Fische verendet. Und an ausreichend Niederschlag in naher Zukunft glaubt derzeit auch kaum noch jemand. Eine andere Lösung muss her und die könnte in der Wiederbelebung des früheren Zuflusses von der Stadtnuthe liegen.

Da weder Unterlagen noch Zeichnungen existieren, begeben sich Mitglieder des Zerbster Anglervereins am Sonnabendvormittag auf die Suche nach dem alten Rohr. Mit Hacke und Spaten bewaffnet machen sie sich zu Sechst ans Werk und werden ziemlich rasch auch fündig. „Wir haben ungefähr gewusst, wo es sein muss“, begründet Alfred Schildt den schnellen Erfolg. Das Stadtratsmitglied der Linken ist selbst Angler und Vereinsmitglied und setzt sich aktiv für die Rettung des Schlossteiches ein, in dem unter anderem Karpfen, Plötzen, Schleie und Hechte leben.

Lässt sich Leitung wieder nutzen?

„Das Rohr hat einen Durchmesser von etwa 400 Millimetern“, legt Michael Kirchner einen Zollstock an. „Der Zulauf muss unmittelbar vor dem alten Wehr gewesen sein“, mutmaßt der Vorsitzende des Angelvereins. In der Böschung der Nuthe ist nichts zu erkennen. Auch im Teichufer ist keine Spur des einstigen Zulaufes auszumachen. Allein die ungefähre Flucht des Rohre unterhalb der Wiese haben die Angler mit roter Sprühfarbe markiert.

Vielleicht würde es reichen, das Rohr zu spülen, bemerkt Michael Kirchner. Andererseits sei die Leitung so groß, sollte diese inzwischen beschädigt und durchlässig sein, könnte man ein kleineres Rohr durchschieben, um den Zulauf auf diese Weise instandzusetzen. „Dann bräuchte man nicht alles einzureißen und müsste die Parkanlage nicht demolieren“, meint der Vereinsvorsitzende.

Einiges zu tun

Nun allerdings ist erst einmal die Stadtverwaltung am Zug, die Michael Kirchner über das gefundene Rohr bereits informiert hat. „Wir werden jetzt ein Angebot für eine Planung einholen“, informiert Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella auf Volksstimme-Nachfrage über das weitere Vorgehen. Wie sie ausführt, ist zunächst abzuklären, ob der Zufluss von allein funktionieren würde. Das heißt, ob das Gefälle stimmt und die Stadtnuthe in den Schlossteich fließen würde. Dazu seien die Wasserhöhen zu vermessen, erläutert Gudella. Ansonsten sei eine wasserrechtliche Genehmigung einzuholen, um den Nuthearm anzustauen. Wie Alfred Schildt anmerkt, könnte eine Sohlschwelle mit Niedrigwasserablauf eingebaut werden.

Parallel soll nun geschaut werden, wie der tatsächliche Verlauf des alten Rohres ist und inwiefern es wieder genutzt werden könnte, sagt Kerstin Gudella. Das alles werde noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, gesteht sie.

Untersuchung notwendig

„Ganz so einfach ist es eben nicht“, konstatiert Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Wie er dort berichtet, werden seitens der Unteren Wasserbehörde Altunterlagen gesichtet, um den dauerhaften Zufluss zum Schlossteich zu sichern. Grundsätzlich sei eine Untersuchung der hydrologischen Verhältnisse notwendig, bemerkt der Rathauschef.

Unterdessen plant der Anglerverein einen Arbeitseinsatz am Schlossteich. Dieser soll am 31. August stattfinden. „Wir wollen Unrat und Totholz aus dem Teich holen“, sagt Michael Kirchner. Die Stadt – immerhin Eigentümerin des künstlich angelegten Gewässers – stellt die Container bereit. „Jeder, der Interesse hat, ist aufgerufen, sich uns anzuschließen“, bemerkt der Vereinsvorsitzende.