Zerbst l Neue und schon erfahrene Ciervisti-Schüler versammelten sich Donnerstagfrüh um 7.50 Uhr vor der Aula. Hier begrüßten die neue Schulleiterin Kirsten von Mandel und ihr Kollegium die fröhliche, wenn auch noch nicht so richtig muntere Mädchen- und Jungenschar.

Neue Schulleiterin

465 Schüler starten an der Ciervisti ins neue Schuljahr. Darunter sind drei neue 5. Klassen. Es gibt zahlreiche weitere Neuanmeldungen in den älteren Jahrgängen, erklärte Kirsten von Mandel. Die 52-jährige Roßlauerin, die in ihrer Freizeit viel Tennis spielt, ist Nachfolgerin von Franz Köppe, der im Januar nach gut sieben Jahren an der Ciervisti in den Ruhestand ging. Von Mandel war an ihren neuen Arbeitsplatz in Zerbst von einer Dessauer Sekundarschule gewechselt.

43 Lehrer werden die Schüler unterrichten und betreuen. Ein 44. wird noch erwartet, informierte Heike Spieß, die langjährige stellvertretende Schulleiterin.

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Lernen fürs Leben

Für die verschiedenen Altersstufen hatte Kirsten von Mandel zum Schulstart noch Wünsche und Erwartungen in petto. „Ihr könnt Euch hier wohlfühlen“, rief sie den neuen Fünftklässlern zu. Einige waren mit ihren Eltern gekommen. Nach der Begrüßung übernahmen die Klassenleiter ihre neuen Zöglinge und ab ging es in den ersten Schultag in neuen Gefilden. Gestern und heute gibt es verkürzten Unterricht. Montag geht es dann richtig mit der Schule los.

„Eine besondere Rolle“ nehmen für die Schulleiterin in diesem Jahr die 10. Klassen ein. Sie stünden vor der Aufgabe, „das Schuljahr mit bestem Erfolg zu beenden“. Sie bat den Jahrgang der Ältesten an der Schule „gleich mit dem Lernen anzufangen, dass es nicht am Ende des Schuljahres einen großen Knall gibt“.

Von den Schülern der 6. bis 9. Klasse erwartet die Schulleiterin, am Ball zu bleiben, auch wenn es scheine, dass es kein besonderes Schuljahr für sie wie für die 5. oder 10. Klassen sei.

Allen Schülern signalisierte sie, dass sich die Schule kümmern und für die Schüler da sein will. „Habt ihr Fragen, Sorgen oder Probleme, wendet euch vertrauensvoll an eure Klassenlehrer“, riet sie.

Die Zerbster Schule ist für Kirsten von Mangold noch etwas Neuland. Sie war bei der Zeugnisausgabe am Ende des letzten Schuljahres dabei und natürlich jetzt bei der Vorbereitung auf das neue Jahr. Sie setzt besonders auf ihrer erfahrene Stellvertreterin Heike Spieß.

„Aktuell hat die Schule keinen Lehrermangel“, erklärte Kirsten von Mangold. Fehlen würden aber Lehrerstunden. Es könne kein Förderunterricht erteilt werden. Weil das Land das Stundenkontingent für Ganztagsschulangebote für die Ciervisti-Schule um zehn Stunden auf 16 gekürzt hat, gibt es auch hier Engpässe.

„Wir haben einen ziemlich großen Honorartopf. Wir würden gern Zerbster Bürger und Unternehmen gewinnen, die uns bei der Ausgestaltung solcher Angebote helfen können“, hofft sie auf Unterstützung. Dabei helfen könnte eine Zerbster Einstellung, die der Roßlauerin bereits aufgefallen ist. „Die Zerbster stehen zusammen, sie helfen sich selbst, wenn sie keine Hilfe von Außen bekommen. Da sind die Vereine stark wie Rotary. Das kenne ich aus Dessau, wo ich bisher war, so nicht“, räumte sie ein.

Für zahlreiche ausländische Kinder hat die Schule eine Sprachklasse. Einige Schüler würden bereits in normalen Klassen mitlernen, informierte die Schulleiterin. Ein Junge ist ihr dabei besonders aufgefallen. „Er stammt aus Rumänien, spricht englisch, hat sehr gute Zeugnisse. Er gehört eigentlich ans Gymnasium. Jetzt muss er schnell deutsch lernen.“

Beobachten wird die Schule, wie der Schülerverkehr anläuft. Wichtig seien hier auch Hinweise von Eltern, so Kirsten Mangold, wenn es Probleme mit Bus und Beförderung gebe, um auf deren Lösung drängen zu können.