Zerbst l Fakt ist, die Menschen in Deutschland werden immer älter. Auf diesen demographischen Trend reagieren die Malteser mit dem Projekt „Miteinander – Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter“. Denn vor allem bei über 80-Jährigen besteht ein deutlich höheres Risiko, in die soziale Isolation zu geraten, insbesondere wenn persönliche Schicksalsschläge, Altersarmut oder Einschränkungen in der Mobilität hinzukommen. An der Stelle will die katholische Hilfsorganisation eingreifen. Unterstützung erhält sie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die das bis 2024 laufende Projekt mit sieben Millionen Euro fördert.

Interessierte können sich schon einbringen

„Ein wesentliches Ziel ist, neue Zugangswege zu Senioren zu finden, aktiv an der Prävention von Einsamkeit zu arbeiten und vor allem das Thema der Einsamkeit und Altersarmut zu enttabuisieren“, erläutert Daniela Schmidt. Sie ist Projektkoordinatorin bei den Maltesern in Sachsen-Anhalt, wo die ehrenamtlichen Angebote an fünf Standorten ausgebaut werden sollen.

Zerbst gehört dazu. Was im Einzelnen in der Rolandstadt realisiert wird, ist noch offen. Angedacht sind Angebote zur persönlichen Begleitung und zur Förderung der Gemeinschaft. Die Wünsche und Vorstellungen der älteren Generation sollen hier direkt mit einfließen. Deshalb wird es im Frühjahr 2021 eine Seniorenbefragung geben. Das Ergebnis ist Grundlage für die Planung der konkreten Angebote, die es anschließend umzusetzen gilt.

Bereits jetzt werden Menschen gesucht, die sich für eine Mitarbeit an dem Projekt interessieren, die aktiv und kreativ bei der Entwicklung von Konzepten vor Ort mitwirken wollen oder auch bereit sind, künftig einen ehrenamtlichen Dienst zu leiten. „Eigentlich braucht es nicht viel Zeit. Jeder, der circa zwei bis drei Stunden im Monat übrig hat, kann uns unterstützen“, sagt Daniela.

Anrufangebot für Einsame wird erweitert

Darüber hinaus sucht der Hilfsdienst weitere Unterstützung für den Malteserruf in Zerbst. „Für die Zeit der fortschreitenden Pandemie und der bestehenden Kontaktbeschränkungen möchten wir diesen ausbauen“, begründet Steffi Möhle. Voraussetzung für ein Engagement seien Offenheit und Freude an der Arbeit mit Menschen, hohe Empathie, eine christliche Grundhaltung sowie die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion. Der Einsatz könne individuell abgestimmt werden.

Beim Malteserruf handelt es sich um ein Gesprächsangebot für Menschen, die sich einsam fühlen – besonders jetzt durch all die Einschränkungen, die Corona mit sich bringt. „Ehrenamtliche Mitarbeiter rufen zu einer fest vereinbarten Zeit an, um über all das zu reden, was die Betroffenen bewegt“, erklärt Steffi Möhle. Für viele sei dies die einzige Möglichkeit, sich mal mit jemanden auszutauschen, weiß sie.

Auch Mails sind möglich

„Die Gespräche werden vertraulich behandelt und das Angebot ist kostenfrei“, betont die Pressesprecherin. Wer nicht gern telefoniere, könne auch gern per E-Mail Kontakt zu den ehrenamtlich tätigen Maltesern aufnehmen, bemerkt Steffi Möhle.

Wer sich für eine Mitarbeit am Projekt „Miteinander – Füreinander“ interessiert, kann sich telefonisch unter 0391/63 10 98 48 oder 03443/336 45 48 sowie per E-Mail an Miteinander-Fuereinander-Sachsen-Anhalt@malteser.org melden. Wer den „Malteserruf“ unterstützen möchte, wählt die Telefonnummer 0391/50 67 69 10.