Steckby l Einen Orden für 30 Jahre Treue zum Verein wird es in dieser Session für Heiko Röder beim Steckbyer Carnevalsclub Grün-Weiß geben. 1989 hat der Zerbster als Vereinsfotograf in Steckby angefangen. „Das hat sich so ergeben“, erzählte Röder. In jungen Jahren war er beim Jugendkarneval dabei, dann hat er angefangen Fotos zu machen.

Alltäglicher Wahnsinn

Dabei sollte es nicht bleiben. „Da ich nicht der Tänzer und Sänger bin, ging es in die Bütt“, so Heiko Röder. Er tat sich mit Rita Mengewein zusammen. Die beiden wurden zu Paul und Grete. Diese „Beziehung“ läuft auch schon seit 24 Jahren. Außerdem tritt der 53-Jährige allein vor das Publikum. Als „Assi“ – absolut schön, sexy und intellektuell – wird er auch im aktuellen Programm zu erleben sein. Die Büttenreden kommen aus der eigenen Feder. Das Material findet sich über das ganze Jahr. Vier Wochen vorher wird dann alles zusammen geschrieben. Das habe bisher immer funktioniert. Bei dem, womit er da vom Leder zieht, geht es um den allgemeinen, alltäglichen Wahnsinn. „Immer nahe an der Gürtellinie“, weiß Heiko Röder, was bei den Leuten ankommt.

Beim Karneval findet Heiko Röder Abwechslung. Raus aus dem Alltag heißt es dann für ihn: „Man kann mal abschalten und wer anders sein.“ Für kurze Zeit war Röder sogar mal Vereinspräsident in Steckby. Doch beruflich zog es ihn nach Magdeburg, so dass er aus Mangel an Zeit beim Karneval zurückstecken musste. Dennoch blieb er dem SCC treu.

Seine Idee und Initiative war die Webseite des Vereins. Die gibt es seit 2012 unter www.steckby.de. Dafür zeichnet sich Heiko Röder als Webmaster verantwortlich, wie er auch der Betreiber von www.alt-zerbst.de ist.

Pflegen er Internetseiten

Internetseiten sollten gepflegt werden. Da müssen in der Woche schon ein paar Stunden investiert werden, um neue Bilder hochzuladen, Daten zu aktualisieren etc. Vereinsgeschichte, die Prinzenpaare, Bilder von den einzelnen Gruppen und den Sessionen, die aktuellen Veranstaltungstermine sind hier zu finden. Über die Saison hat die Karnevalsseite täglich zwischen 20 und 80 Besucher.

Der SCC ist nicht nur auf seiner Internetseite präsent, inzwischen wird die junge Generation auch bei Facebook angesprochen. Das hat Anika Finger initiiert, Röder ist mit Verwalter. Auch bei den Fotos ist der Familienvater auf dem Laufenden. Gerade hat er die große Karnevalsfamilie für die aktuelle Session abgelichtet.

Aus dem Hobby Fotografie ist im Laufe der Jahr mehr geworden für Heiko Röder. Er hat das Hobby zum Beruf gemacht. Seit November des vergangenen Jahres ist er selbständiger Fotograf. Fünf Jahre vorher war der ehemalige Bereichsleiter, Geschäftsführer eines großen Marktes und Vertriebsleiter schon nebenberuflich tätig.

Für die Veranstaltungen in Steckby nimmt er die Anreise von Magdeburg gern in Kauf. Das ist es die Sache wert. Wenn es klappt, kommt auch seine Frau mit. Sie muss dann zurückfahren, dann kann Röder auch mal mit den Karnevalisten noch ein bisschen feiern.

Dem Verein Treue halten

Die Feierei beginnt nun am Sonnabend. Da geht es los mit dem ersten Kostümfasching. Ausverkauft ist der erste Abend im Steckbyer „Biber“, wie zu 90 Prozent die Veranstaltungen insgesamt. Der Vereinsvorsitzende Chris Troeder ist zufrieden. Ebenso wenig muss der Präsident über Nachwuchssorgen klagen. Es gibt genug Kinder, überwiegend Mädchen, in den Tanzgruppen. Schwierig ist es immer sie zu halten, wenn sie dann in die Ausbildung gehen oder anfangen zu studieren.

Ein Beispiel ist die aktuelle Prinzessin Andrea Sauer. In der Schulzeit hat sie im Verein getanzt, als die Lehre anfing, hörte sie auf. Nun sitzt sie mit ihrem Mann Matthias auf dem Thron, kommt für die Programme von Leipzig in die alte Heimat. Wer das Prinzenpaar und das Programm mit Paul und Grete, erleben möchte, sollte sich beeilen.