Zerbst l In der Regel beginnt nach den Partys zum Jahreswechsel das große Aufräumen. Grundstücksbesitzer, Anwohner und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben alle Hände voll zu tun, Flaschen, Scherben, Essenverpackungen und Reste abgefeuerter Raketen und Knaller von den Straßen und Gehwegen zu räumen. Doch in diesem Jahr bietet die Stadt am Neujahrsmorgen einen relativ sauberen Anblick. Selbst an ansonsten stark frequentierten Knall-Hotspots der Stadt finden sich kaum größere Hinterlassenschaften der Silvesternacht.

„Wir sind am Sonnabend mit dem gesamten Team ausgerückt“, sagt Michael Lindner, Leiter des städtischen Bauhofs. Immerhin 30 Männer und Frauen seien in Zweier-Teams unterwegs. „Wir säubern nicht nur die Straßen und Wege in der Stadt. Die Teams sind auch in den Ortschaften unterwegs“, erklärt Lindner. Der Fokus läge unter anderem auf den Gebäuden und Plätzen, die in städtischer Verantwortung liegen, wie beispielsweise Dorfgemeinschaftshäuser oder die Gerätehäuser der Feuerwehren.

Sauberer Eindruck als 2019/20

Hatte man zu Beginn des Jahres 2020 noch das subjektive Gefühl, mehr Knaller-Hinterlassenschaften als im Vorjahr zu begegnen, machte die Stadt am 1. Januar 2021 größtenteils doch einen eher sauberen Eindruck.

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Das kann auch Michael Lindner so unterschreiben: „Selbst die Müll-Schwerpunkte der vergangenen Jahre, wie beispielsweise das Umfeld des Krankenhauses, der Parkplatz vor der Schwimmhalle, der Dornburger Platz, der Markt oder auch der Parkplatz an der Kita Nord sind vergleichsweise wenig vermüllt beziehungsweise verschmutzt“, schildert der Bauhof-Chef seine und die Eindrücke seiner Mitarbeiter.

Weniger Müll wegen ausgefallenen Partys

Ähnlich fällt sein Resümee für die Zerbster Ortschaften aus. „Die Bürgerhäuser und Feuerwehrgerätehäuser durften für Silvesterpartys nicht genutzt werden, sicher auch ein Grund, dass auch in den Dörfern weit aus weniger Müll beseitigt werden musste als sonst“, so Lindner. Bereits um 6.45 Uhr seien seine Leute in alle Richtungen ausgeschwärmt, um mit dem „großen Kehren“ zu beginnen. „Das „große“ können wir in diesem Jahr guten Gewissens durch ‚mäßig‘ ersetzen“, schätzt Lindner nach 12 Uhr ein, wo alle Besen und Schaufeln wieder auf die Transporter verladen wurden, denn da winkte der Feierabend.

Große Feiern und Partys waren zum Jahreswechsel 2020/21 coronabedingt verboten, ebenso wie der Verkauf von Böllern. Mit den Einschränkungen wollte man größere Menschenansammlungen verhindern, was offenbar auch gelungen ist.

Keine illegalen Knaller

Was blieb, waren die Restbestände an Feuerwerk aus den vergangenen Jahren oder vielleicht sogar in Deutschland nicht zugelassene und darum illegale Knaller, die sich meist von unserem östlichen Nachbarn, schon wegen der größeren Sprengkraft, beschafft werden.

Doch auch auf diese Option haben die Menschen offensichtlich verzichtet.