Zerbst l Mit Hitze kommt der Mensch eigentlich ganz gut klar, unser Körper kann einiges aushalten, dank Schweißdrüsen und einem reich verzweigten Netz an Blutadern, das Hitzestau verhindern hilft. Vor allem ältere, geschwächte Menschen sind der Überhitzung oft wehrlos ausgeliefert. Auch Babys und Kinder sollten richtig vor den großen Temperaturen geschützt werden, sagt Dr. Matthias Prager, Chefarzt der Zerbster Helios-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Stoffwechselerkrankungen.

Hoher Blutdruck

Auch in Zerbst komme es aufgrund der Hitze gegenwärtig zu einem verstärkten Patientenaufkommen in der Notaufnahme: „Wir haben vermehrt ältere Patienten die mit dem Kreislauf dekompensieren. Insbesondere ältere Menschen haben weniger Reservekapazität und trinken ohnehin oft zu wenig. An heißen Tagen ist es daher wichtig, dass wir mehr trinken als die sonst zu empfehlenden zwei Liter“, empfiehlt Prager. „Gefährdet sind aber längst nicht nur ältere Menschen, sondern auch die mit Herz- oder Nierenproblemen vorbelastet sind oder einen zu hohen Blutdruck haben. Die Folgen der hohen Temperaturen können Müdigkeit, Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe sein.“

Auch der kleine Elias schwitzt. Der junge Mann ist gerade mal fünf Monate alt und erlebt damit seinen ersten Sommer – und das bei Rekordtemperaturen und Dauerhitze. Elias wohnt mit seinen Eltern in Köthen, verbringt aber viel Zeit bei seinen Großeltern in Zerbst. Dort badet er gerne mit seinem Papa Marcus Wendel. „Wasser mag er jetzt schon sehr“, sagt der stolze Papa. Sonnencreme, Sonnenhut und viel Zeit im Schatten – so hält es Elias bei diesen Temperaturen gut aus.

Viel trinken

Elias trinkt natürlich Milch, aber auch ungesüßte Tees und Wasser kann man die Kleinsten bei den Temperaturen geben, weiß Dr. Matthias Prager vom Helios-Klinikum. Hitzegeplagte Erwachsene sollten in diesen Tagen besonders auf ihre Ernährung achten. „Das Essverhalten sollte bei hohen Temperaturen umgestellt werden. Bei großer Hitze lieber mehrere kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen zu sich nehmen. Das belastet den Körper weniger. Besonders gut verträglich ist leichte Kost mit viel Obst und Gemüse. Stark wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie Gurken oder Melonen helfen dem Körper, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren“, empfiehlt der Arzt.