Zerbst l Die Beteiligung an den Kosten der Sportstätten ist auf zwei Nutzergruppen aufgeteilt worden. Zum einen auf gewerbliche Nutzer, wie Physiotherapien oder Euroschule, aber auch Polizei, Zoll und der Landkreis gehören zu dieser Nutzergruppe. Diese Gruppe soll künftig festveranschlagte Gebühren für die Nutzung von Hallen und Sportplätzen zahlen.

Auffällig ist dabei, dass die anfallenden Kosten für jedes Objekt ganz unterschiedlich sind, je nach zum Einsatz gekommenen Fördermitteln, Abschreibungen und Zinsen beim jeweiligen Objekt. „Hier haben wir uns darauf geeinigt, dass alle Sportstätten, die von Größe und Ausstattung ähnlich sind, auch das gleiche kosten sollen. Zur Gebührenfindung haben wir die Sportstätten also in Gruppen zusammengefasst und den niedrigsten Preis in der Kostendeckung der jeweiligen Gruppe gewählt“, erklärt Markus Pfeifer, Mitarbeiter der Verwaltung. So fallen für die Sporthallen Walternienburg, An der Stadtmauer und Astrid Lindgren beispielsweise gleiche 14 Euro an.

Die zweite Nutzergruppe sind die Vereine. Diese sollen künftig an den Betriebskosten beteiligt werden. Hier ist eine dreistufige Erhebung vorgesehen: 2018 sollen von den Vereinen zehn Prozent der anfallenden Betriebskosten getragen werden, 2019 15 Prozent und 2020 dann 20 Prozent. Wobei Kindersportgruppen grundsätzlich nur 50 Prozent der veranschlagten Beteiligung zahlen sollen.

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Mittelwerte wurden gebildet

Über Zahlen aus den vergangenen Jahren wurden Kostenmittelwerte gebildet, über die die jetzigen Beteiligungsbeiträge berechnet worden. Wenn die Satzung ab 2018 so greifen sollte, würden nach drei Jahren die Zahlen überprüft werden.

Auch wenn die Satzung noch nicht verabschiedet ist, rechnen die meisten Vereine bereits, denn sie wissen, eine Beteiligung wird kommen. So auch der TSV Rot-Weiß Zerbst. Er ist einer der größten Vereine und nutzt mit der Fußballabteilung das Jahnstadion und den Sportplatz Am Anger, die preisintensivsten Sportstätten.

„Für die Abteilungen in den Hallen wird das mit den Kosten funktionieren. Wo wir aber Probleme bekommen werden, ist der Fußball. Im ersten Überschlag bei zehn Prozent Beteiligung rechnen wir mit einer vierstelligen Summe. Wie wir das stemmen sollen, wissen wir nicht, denn die Fußballer zahlen wegen der Spielbetriebskosten wie Schiedsrichter und Fahrten schon den doppelten Vereinsbeitrag“, sagt Vereins-chef Wolfgang König. Hier müsse man nochmal ins Gespräch kommen, findet er. „Wir beschäftigen 150 Kinder in der Fußballabteilung, die sonst auf der Straße sitzen würden und dafür sollen wir jetzt auch noch zahlen.“ Die Kosten zu senken durch Eigenleistung statt einen Platzwart zu bezahlen, will der Verein nicht. „Die Qualität könnten wir nicht leisten und die brauchen wir aber.“