Zerbst l Der bisherige Standort des Zerbster Wochenmarktes ist seit Jahren in der Diskussion. Es herrscht Unzufriedenheit hinsichtlich seiner Lage auf dem oberen Markt. Während den Händlern dort die Laufkundschaft fehlt, beklagen Kunden, dass immer weniger Stände vor Ort sind.

Im Stadtrat verkündete Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) nun einen Kompromiss: Der Wochenmarkt soll auf den unteren Markt verlegt werden. Mit dieser Änderung soll der Wunsch der Händler aufgegriffen werden, berichtete er von einem stattgefundenen Gespräch. Die entsprechende Änderung der Marktsatzung soll auf der Oktobersitzung des Stadtrates zur Abstimmung stehen.

Problem bleibt

„Was ist das für eine Verbesserung?“, fragt sich hingegen Ingeborg Böhlert aus Zerbst. „Was nutzen die paar Meter Unterschied?“, bezieht sie sich auf den gestrigen Artikel in der Volksstimme unter dem Titel „Zerbster Wochenmarkt zieht um“. Das Problem sei die Überquerung der B 184, meint Ingeborg Böhlert mit Blick auf die vierspurige Bundesstraße, die die Zerbster Stadtmitte trennt.

Einkaufszentrum sei stattdessen die Alte Brücke mit ihren Geschäften. Besser für den Wochenmarkt geeignet wäre ihrer Meinung nach die Fläche hinter der Rats- & Stadtapotheke, wo bereits ein Gemüsehändler und ein Fleischer regelmäßig ihre Waren anbieten. „Der Standort wäre ideal“, findet die Zerbsterin.

Fußgängerzone sicherer

Das sieht Magrid Hindemith ähnlich. „Der untere Markt ist nicht günstiger als der obere“, erklärt auch die Nedlitzerin am Lesertelefon der Volksstimme. „Warum verlegt man den Wochenmarkt nicht auf die Alte Brücke?“, fragt sie sich genau wie Ingeborg Böhlert. Dort seien ringsum verschiedene Geschäfte und ausreichend Parkplätze gebe es ebenfalls. Außerdem sei die Fußgängerzone sicherer, vor allem für die älteren Bürger.

„Beim Spargelfest findet auf der Alten Brücke doch auch ein Trödelmarkt statt“, gibt sie zu bedenken. Deshalb laute ihr Vorschlag, den Wochenmarkt dorthin umziehen zu lassen.

Ob der untere Markt mehr Kunden anlockt als der obere, bleibt abzuwarten. Das wird erst die Praxis zeigen.

Erfahrungen vom Standort Alte Brücke existieren bereits. Dorthin konnten die Händler 2009/2010 während der Umgestaltung des Marktplatzes ausweichen. Sieben bis zehn Verkaufswagen boten dort ihre Produkte an und freuten sich über mehr Laufkundschaft.