Zerbst l In Anbetracht des anhaltenden Lehrermangels an den kommunalen Grundschulen der Einheitsgemeinde Zerbst hatte Steffen Grey (FDP) auf der Stadtratssitzung Ende August 2018 angeregt, dass „wir eine Willensbekundung verfassen“. Nachdem sich der Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss mit dem Inhalt befasst hat, liegt das Papier nun als Beschlussvorlage vor. Am Mittwoch steht die „Willensbekundung gegen eine unzureichende Unterrichtsversorgung und für den weiteren Bestand der Grundschulen in der Stadt Zerbst/Anhalt“ im Stadtrat auf der Tagesordnung.

Lehrerberuf nicht attraktiv genug

„Wir werden sie verabschieden und das sicher einstimmig, wie ich meine Ratskollegen kenne“, erklärte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) gegenüber den Elternvertretern, die ihm die Unterschriftenlisten mit dem Aufruf an Bildungsminister Marco Tullner (CDU) nach Vereinfachung der Zugangsvoraussetzungen für Lehrkräfte überreichten.

Die Willensbekundung, in der sich die Stadt zum Bestand aller sechs Grundschulen in der Einheitsgemeinde bekennt, beinhaltet ebenfalls mehrere Forderungen an die Landesregierung. Demnach sei die Unterrichtsversorgung kurzfristig deutlich zu verbessern sowie mittel- und langfristig in vollem Umfang und nachhaltig sicherzustellen. Freie und frei werdende Stellen seien unverzüglich und vollumfänglich wieder zu besetzen. Um den Lehrermangel zu senken, sei der Zugang zum Lehrerberuf zu erleichtern und die Zahl der Studienplätze anzupassen, heißt es. Auch müsse der Lehrerberuf, insbesondere im Grundschulbereich, wieder attraktiver gestaltet werden.

Pädagogische Mitarbeiter gefordert

Der Ausschreibungsprozess der zu besetzenden Stellen müsse optimiert und gegebenenfalls vereinfacht werden. Gefordert wird zudem, dass Schritte zum Verbleib der neu ausgebildeten Lehrer im Land eingeleitet sowie ausreichend und bedarfsgerecht Referendariatsstellen dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. Nicht zuletzt wird auf den Bedarf an pädagogischen Mitarbeitern hingewiesen, die für eine angemessene Betreuung der Schüler in notwendiger Zahl bereitzustellen sind.

Die Willensbekundung wird im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung behandelt, die um 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses beginnt.