Zerbst. „Im Juni 2018 haben wir die Anwohner wegen der Vorplanung angeschrieben“, informierte Heike Krüger im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss. Wie die Leiterin des Zerbster Bau- und Liegenschaftsamtes ausführte, sollten die Grundstückseigentümer ihre Vorstellungen hinsichtlich des Ausbaus der Großen Wiese äußern. Die Straße überzieht momentan nur eine Schotterschicht, deren Löcher regelmäßig auszubessern sind. Wenn es regnet, steht das Wasser, bei Trockenheit staubt es.

„Die Wünsche der Anwohner wurden in die Entwürfe eingearbeitet“, erklärte Heike Krüger. So sprachen sich diese gegen Park- oder Ausweichflächen aus, wie Lutz Voßfeldt vom Zerbster Ingenieurbüro Wasser und Umwelt erläuterte, das daraufhin zwei Varianten erstellte. Die erste sieht einen drei Meter breiten Bitumenstreifen vor, dem sich eine in Natursteinen gepflasterte Gosse anschließt, die in einen 1,25 Meter breiten Fußweg übergeht. „Das wäre alles mit Rundbord, also überfahrbar“, erläuterte Voßfeldt.

Staubige Rennpiste schaffen?

Offen bleibt, was mit den Seitenbereichen geschieht, wie der Planer gestand. In dem Fall gebe es keine Beziehung vom Straßenkörper zu den Grundstücken, konstatierte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). „Da bauen wir eine Rennpiste ein, aber der Staub wird nicht behoben“, brachte er es auf den Punkt. „Der Unterhaltungsaufwand wäre für uns nicht weniger“, bemerkte Heike Krüger.

Eine Alternative wäre laut Voßfeldt, alles mit Betonsteinen zu befestigen. Eine andere eine Begrünung der Straße, die sich quer durch das Wohngebiet nördlich der Marcellstraße zieht. Dazu hat das Planungsbüro drei verschiedene Entwürfe angefertigt, die Lutz Voßfeldt ebenfalls im Ausschuss am Mittwochabend vorstellte. Der erste sieht einseitig einen Gehweg neben der Fahrbahn vor, die sich an zwei Stellen einengt, sowie einen Grünstreifen mit Bäumen.

Über Begrünung nachdenken

Bei Variante 2 würden beidseitig der Fahrbahn, die sich ebenfalls zweimal einengen würde, Bäume die Straße säumen. Hinzu käme eine leichte Befestigung der Streifens zu den Grundstücken. Lutz Voßfeld selbst fand den dritten Vorschlag am interessantesten, bei dem man in der Straßenmitte so genannte Begegnungsräume schaffen würde – Flächen, auf denen Bäume stehen und geparkt werden könnte. Ein solches Beispiel findet sich in der Hauptstraße von Steckby. In allen Fällen würde eine Straßenbeleuchtung mit errichtet werden. Auch eine Regenwasserleitung, die nur teilweise vorhanden ist, wäre mit vorgesehen.

Dass die Anwohner gar keine Parkflächen auf der Straße wollen, konnte Ausschussmitglied Ralf Müller (CDU) nicht nachvollziehen. „Was ist mit Besuchern?“, fragte er. Ausschussvorsitzender Sebastian Siebert (SPD) griff die Anmerkung von Lutz Voßfeldt auf, noch einmal mit den Grundstückseigentümern der Großen Wiese zu sprechen, sie vielleicht zu einem Workshop einzuladen.

Kosten noch völlig offen

Momentan noch völlig unklar sind die Kosten für die einzelnen Varianten. Sobald eine Schätzung vorliegt, könnte es sein, dass das Projekt überhaupt nicht realisiert wird, gab der Bürgermeister zu bedenken. Eine ernsthafte Planung werde erst in Auftrag gegeben, wenn die Anlieger dafür seien. Gegen den Willen der Anwohner werde kein Ausbau erfolgen, betonte er.

Zumal zu prüfen ist, ob es sich bei der Großen Wiese um eine Erschließung handelt. Das würde bedeuten, die Grundstücksbesitzer müssten 90 Prozent der Kosten tragen.

Die aktuelle Zielstellung sei derzeit, dass die Entwürfe für die Große Wiese im September den Anwohnern vorgestellt werden, so der Bürgermeister.