Zerbst l Der Brauereiweg gehört zu jenen rund 15 Kilometern Straße, die in Zerbst bislang unbefestigt sind. Und das wird wahrscheinlich auch so bleiben. Zwar war der grundhafte Ausbau der geschotterten Piste für 2020 geplant. Doch die Mehrheit der Anwohner hat sich gegen diesen Schritt ausgesprochen, an dem sie finanziell beteiligt gewesen wären. Da es sich in dem Fall um eine Erschließung handelt, müssten sie 90 Prozent der Gesamtkosten tragen.

Die bereits 2016 erfolgte Schätzung belief sich auf gut 557.000 Euro, wie Heike Krüger unlängst im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss ausführte. Dies hätte den Ausbau des Brauereiweges zwischen Lepser Straße und Dr.-Hermann-Wille-Straße auf einer Länge von 378 Metern umfasst. Die 5,50 Meter breite Fahrbahn wäre beidseitig mit einem zwei Meter breiten Gehweg versehen worden, wie die Leiterin des Bau- und Liegenschaftsamtes erläuterte. Darüber hinaus beinhaltete die angedachte Maßnahme die Erneuerung der Straßenbeleuchtung sowie die Regenentwässerung und eine Begrünung. Nicht zu vergessen sind die Kosten für die Planung, die dieses Jahr in Auftrag gegeben werden sollte.

46 Stimmen dagegen

Von den 51 Grundstückseigentümern sprachen sich jedoch bei der Befragung durch die Stadtverwaltung 46 gegen die Erschließung des Brauereiweges aus. Nur ein Anlieger votierte dafür, vier gaben ihre Stimme nicht ab, was als stillschweigende Hinnahme gewertet wird, wie Heike Krüger darlegte.

Nicht unerwähnt ließ sie die Bürgerinitiative „Pro Gehweg“ Steinstücke, die sich gebildet hat, nachdem die Volksstimme erstmals berichtete hatte, dass es wohl nicht zu einer Befestigung des Brauereiweges kommen wird. Ansprechpartner ist Hans Ulrich Müller. Innerhalb von knapp drei Wochen hatte er in der angrenzenden Siedlung Steinstücke, wo er das Anliegen der Initiative schriftlich an rund 110 Haushalte verteilte, 62 Unterschriften gesammelt.

Ein Meter breiter Gehweg

Die Unterzeichner fordern Bürgermeister und Stadtrat auf, dass „vorzugsweise im Brauereiweg mindestens ein ein Meter breiter Gehweg ausgebaut wird“. Und damit sozusagen der bereits zwischen Paul-Kmiec-Straße und Dr.-Hermann-Wille-Straße vorhandene Fußweg bis zur Lepser Straße hin verlängert wird.

In diesem Zusammenhang kam im Ausschuss die Sprache auf den noch unbefestigten Fußweg in der Lepser Straße. Wie Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) informierte, plant der Landkreis als Baulastträger, die Straße in Angriff zu nahmen, sobald die Friedensallee saniert ist. „Dann wären wir als Stadt mit den Nebenanlagen dran“, bemerkte er.

Straße zur Sackgasse machen?

Unterdessen ging Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella auf einen weiteren Aspekt hinsichtlich des Brauereiweges ein: auf den Vorschlag von Anwohnern, die Straße zur Sackgasse zu machen. Das würde den Durchgangsverkehr einschränken und die Abnutzung der geschotterten Strecke eindämmen.

Wie sie sagte, sollen die Poller nicht etwa an der Einmündung des Brauereiweges auf die Lepser Straße aufgestellt werden, sondern in Höhe des Finkenweges. Hierbei handelt es sich um eine Einbahnstraße, die von der Friedensallee hinüber zum Brauereiweg führt. Deren Anwohner wären vom Aufstellen der Straße teilenden Poller genauso betroffen wie Feuerwehr und Krankenwagen. „Rettungseinsätze würden sich verzögern“, gab Kerstin Gudella zu bedenken. Hinzu käme, dass Entsorgungsfahrzeuge keine Sackgasse befahren würden, in der kein Wendehammer existiert, gab sie den Ausschussmitgliedern als Entscheidungshilfe mit. Getroffen wurde an dem Abend noch keine Entscheidung.