Zerbst l Immer wieder versuchen die Mädchen und Jungen, hockend ihr ausgestrecktes Bein unter dem Körper kreisen zu lassen, ohne sich selbst ein Bein zu stellen. Sie stützen sich auf Händen und einem Fuß ab, die sie im Rhythmus nacheinander anheben und das möglichst, ohne die Balance zu verlieren. Ehrgeizig stellen sie sich der kniffligen Herausforderung. „Ich kann’s!“, tönt es enthusiastisch durch die Turnhalle der Ciervisti-Schule. Riesig ist die Freude, sobald der „Helikopter“ funktioniert. So heißt eine der Grundbewegungen beim Breakdance.

Michael „Michi“ Lamprecht und Krzysztof „Kriz“ Malicki beherrschen sie perfekt. Die Beiden gehören zur Dancefloor Destruction Crew, kurz DDC, einer Showgruppe aus Schweinfurt, die jährlich 150 bis 170 Auftritte im In- und Ausland absolviert. Sie sind nicht nur Deutscher Meister und Europa-Meister im Breakdance. Zweimal holten sie sich inzwischen auch den Weltmeister-Titel. Nun geben zwei der erfolgreichen Tänzer einige Moves weiter.

294 Schüler machen mit

„Ich kenne sie aus dem Fernsehen und habe sie zweimal in Berlin live gesehen“, schildert Ralph Schammer, wie die Idee für das Tanzprojekt entstand. Rasch gewann der Ganztagsschulkoordinator weitere Mitstreiter für sein Vorhaben, DDC nach Zerbst zu holen. Zusammen mit Lehrerin Anja Wagner und der pädagogischen Mitarbeiterin Marita Rose bildet er das Organisationsteam, das tatkräftige Hilfe von mehreren Schülern erhält, so dass die Realisierung des besonderen Events gelingt.

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Unter dem Motto „Bewegung gegen Gewalt“ führen Michi und Kriz fünf jeweils 90-minütige Workshops an der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ durch. Fast alle Fünft- bis Zehntklässler machen mit. „Insgesamt sind es 294 Schüler“, weiß Ralph Schammer. Der Erwärmung folgt das Einüben einzelner Bewegungen. Auch kurze Choreographien werden erarbeitet – stets altersspezifisch angepasst. Die Mädchen und Jungen sind mit Elan dabei, vollführen Drehungen, schwingen in den Handstand und stemmen ihre Körper in die Luft. Kraft, Gelenkigkeit, Kondition und Ausdauer sind gefragt.

Kinder und Jugendliche begeistert

Trotz aller Anstrengung und dem garantierten Muskelkater am Tag danach geben die Schüler ihr Bestes. „Das ist mal was anderes“, findet nicht nur Leon. „Es war alles mega geil, was die Jungs uns gezeigt haben. Die sind einfach krass“, meint Pascal. „Ich hoffe, dass die Beiden uns nächstes Jahr wieder besuchen“, fasst Vanessa zusammen, was sich wohl alle wünschen.

Die DDC-Stars reden bereits vom Wiederkommen. „Wir hatten ganz viel Spaß“, schwärmt Kriz von der Energie der Kids. Er gesteht, dass es für sie eine völlig neue Erfahrung war, mit so vielen Schülern auf einmal zu trainieren und zwar eine äußerst positive. „Jeder hatte hier Bock drauf“, bestätigt Michi. Dabei wollten die Breakdance-Stars die Schüler nicht nur für ihren Tanzsport begeistern, sondern ihnen ebenfalls zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man seine ganze Energie reinsteckt. Voraussetzung seien Lust und Wille, so Kriz. „Man braucht Leidenschaft, für das, was man macht“, formuliert es Michi. „Wenn ihr dranbleibt und euch von Rückschlägen nicht gleich aufhalten lasst, bringt das Erfolg“, sagt Kriz.

Schüler wollen weitermachen

„Man muss es wollen“, nimmt Achtklässler Leon für sich mit. Derweil erzählt Mitschüler Chris, dass er mit vier anderen zusammen, nun gern regelmäßig Breakdance in der Schule üben würde. Auch die Zehntklässler wollen weiter an den erlernten Bewegungen feilen, um eigene Choreographien für die Faschingsfeier und den letzten Schultag zu kreieren.

Die Ersten haben bereits gemeinsam mit den DDC-Künstlern ihren Auftritt beim Tag der offenen Tür für die neuen fünften Klassen. Was sie dort schon nach kurzem Training zeigen, wird Bestandteil der geplanten DVD, auf der die Höhepunkte der Workshops in Bild und Ton festgehalten werden. „Zum Weihnachtsmarkt am 6. Dezember wollen wir sie der Öffentlichkeit präsentieren“, sagt Ralph Schammer.

Regionale Firmen sponsern T-Shirts

Er trägt ein T-Shirt, das jeden Teilnehmer an das eindrucksvolle DDC-Erlebnis erinnert. Mancher hat es sich bei der Autogrammstunde gleich noch von Michael Lamprecht und Krzysztof Malicki signieren lassen. Dass die Schule die Shirts anfertigen lassen konnte, ist dem Sponsoring vieler regionaler Firmen und Einrichtungen zu verdanken. Mancher unterstützt das Projekt finanziell, andere mit Sachspenden.