Zerbst l Die Wertlauer sind sauer. Gut 30 Haushalte sind seit Montagnachmittag 14.30 Uhr ohne Telefon. „Wenn wir Jungen morgens zur Arbeit fahren, bleiben Eltern und Großeltern zurück, ohne Kommunikation nach außen, ohne im Notfall Hilfe holen zu können“, sagt Ines Lange.

Was ist passiert? Am Montag gegen 14.30 Uhr streift ein Traktor mit seinem Mähwerk einen Telefonmast, er bricht, fällt um und die Leitungen reißen. „Der Fahrer des Traktors merkt das Malheur und ruft seinen Vorarbeiter dazu“, schildert Lange.

Telekom informiert

Beide hätten dann den Mast zur Seite gelegt, notdürftig Absperr-Flatterband gespannt und die Telekom über das Missgeschick informiert. „Natürlich haben wir den Ausfall auch sofort an die Telekom gemeldet“, sagt die Wertlauerin. Doch passiert sei bisher nichts.

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„Wir rufen ständig beim Kunden-Service der Telekom an, fragen nach. Jeder bekommt andere Antworten zum Termin für die geplante Reparatur“, ärgern sich Ines Lange und die anderen Betroffenen.

Zudem seien die herumliegenden Kabel ja auch eine akute Unfallgefahr. „Hier liegt und hängt das Kabel quer über die Straße“, erklären die Wertlauerinnen.

Polizei wusste von nichts

Der Polizei war der Vorfall gar nicht bekannt. Die hat erst durch eine Nachfrage der Volksstimme von dem Unfall erfahren. „Beamte haben sich den Unfallort angesehen, mit Anwohnern und Zeugen gesprochen“, erklärt Michael Däumich, Sprecher des Polizeireviers in Köthen.

Der Traktor sei laut Zeugenaussagen von Steutz durch die Querstraße in Wertlau in Richtung Rodleben unterwegs gewesen und habe dabei den Telefonmast umgerissen. Der Unfall sei aufgenommen worden. „Inzwischen ist der Verursacher bekannt. Er hat sich selbst bei der Polizei gemeldet“, informiert der Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag.

Firma ist unterwegs

„Ich habe gute Nachrichten aus der Technik: Die Firma zur Instandsetzung des Mastes ist unterwegs“, schreibt Martina Weidmann, Sprecherin der Deutschen Telekom in Bonn, allerdings erst nach mehrmaliger Nachfrage. Man hoffe, dass die Störung am Freitagabend behoben sein wird, spätestens jedoch am Sonnabendvormittag, heißt es in dem Schreiben der Deutschen Telekom vom Freitag.

„Wir bedauern es, wenn unsere Kunden Unannehmlichkeiten haben und bitte die betroffenen Kunden noch um etwas Geduld und Verständnis“, so Weidmann weiter.

Entstörung braucht Zeit

„Eine Entstörung funktioniert nicht auf Knopfdruck. Da muss der Ort gefunden, Material bestellt, eine Tiefbaufirma beauftragt und die Leitungen – in diesem Fall auch der Mast – müssen instand gesetzt werden“, begründet die Telekom-Sprecherin den viertägigen Stillstand in Wertlau.

Inzwischen hat sich auch Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) eingeschaltet. „Laut Telekom wurde eine Drittfirma aus Leipzig mit der Beseitigung des Schadens beauftragt. Die Dringlichkeit sei im Auftrag hinterlegt. Der Schaden soll am Wochenende, spätestens am Montag, behoben werden“, sagte der Rathauschef am Freitagmittag.