Güterglück l Östlich der Elbe sind Tiergehege rar. Westlich dagegen gibt es sie unter anderem in Calbe oder in Staßfurt. In der Stadt Zerbst übernimmt die Ortschaft Güterglück die Aufgabe und bietet ein kleines Tiergehege an. Seit Jahren gibt es hier ein kleines Tiergehege am künstlichen Teich am Ortsrand. Die Einwohner haben sich einst diese kleine Idylle geschaffen und erfreuen sich regelmäßig an ihr. Die Hilfsbereitschaft, das Gehege zu erhalten ist ebenfalls groß, weiß Ortsbürgermeister Moritz Schwerin. Besonders dankbar ist er für jede Unterstützung. Vor allem in diesem Jahr, in dem die Landwirtschaft über fehlendes Futter für die Tiere klagt, ist die Versorgung der Tiere im Tiergehege gesichert. Seit vielen Jahren kümmert sich ein Güterglücker Landwirt darum, freut sich der Ortschef. „Da brauchen wir uns als Ortschaft nicht zu kümmern“, schildert er. Futter gebe es immer ausreichend für die Tiere. Auch in Jahren, an denen das Futter knapp sei, müssten die Tiere nicht hungern. Neben der Versorgung mit Heu und Stroh sind es auch die Bürger, die den Tieren etwas mitbringen. Längst hat die Ortschaft einen Futterautomaten am Tiergehege installiert. Damit unterstützen die Besucher die Einrichtung gleich doppelt. Sie erwerben für die Tiere gemachtes Futter. Außerdem unterstützen sie mit dem Kauf die kleine Einrichtung.

Spenden

Unregelmäßig erhält die Einrichtung auch mal größere Spenden aus der Bevölkerung. Einwohner, die beispielsweise einen runden Geburtstag in der Vergangenheit gefeiert haben, hatten ihre Gäste gebeten, für das Tiergehege zu spenden. Da kommen dann schon mal größere Summen zusammen, mit denen sich größere Anschaffungen realisieren lassen, sagt Moritz Schwerin. Dann kann auch die Düse des Springbrunnens in der Mitte des Teiches gewechselt werden.

Für den Ortsbürgermeister ist die Spendenbereitschaft der Beweis, dass die Menschen im Ort an der Einrichtung hängen und sie schätzen. Geld von der Stadt setzt der Güterglücker Ortschaftsrat nicht ein. Ausschließlich aus Spenden wird das Tiergehege betrieben. Bislang ist es der Ortschaft immer gelungen, dies zu realisieren, ist er froh.

Längst kommen die Besucher nicht mehr nur aus Güterglück. Vor allem an den Wochenenden kommen die Familien mit den Kindern aus den umliegenden Orten. Manche Einwohner sind dagegen jeden Tag bei den Kaninchen und den Ziegen. Durch den regelmäßigen Kontakt zum Menschen sind die Tiere die Besucher gewöhnt und zahm. Regelmäßig schaut auch der Gemeindearbeiter der Ortschaft in dem Tiergehege vorbei und hält es sauber. Die Anlage macht immer einen sehr gepflegten Eindruck. Auch das spricht die Besucher an, ist der Ortschef überzeugt. Damit das so bleibt, wird immer wieder ausgebessert und verschönert. So hatte der Gemeindearbeiter erst das Geländer um den Teich frisch gestrichen. Zuvor war die Farbe in die Jahre gekommen und machte keinen freundlichen Eindruck mehr. Vor allem aber werden die Blumen in der kleinen Anlage gepflegt und je nach Jahreszeit ersetzt.

Einwohner sind engagiert

Zum Tag der Deutschen Einheit treffen sich die Einwohner seit einigen Jahren am Teich, um dort zu feiern. Die Einnahmen aus der Veranstaltung fließen anschließend in die Anlage. Außerdem erinnert das fest die Bürger immer wieder daran, wie einzigartig das Tiergehege ist. Kein anderer Ortsteil in der Stadt Zerbst hat etwas vergleichbares zu bieten, weiß Moritz Schwerin.