Wichtige Eckdaten

Das Zerbster Tierheim befindet sich in Trägerschaft des Tierschutz-Vereins Zerbst. Leiterin ist Pamela Strahler. Geöffnet ist die Einrichtung in der Biaser Straße 62, direkt an der Zerbster Kiesgrube, mittwochs sowie freitags bis sonntags jeweils von 13 bis 15 Uhr sowie nach telefonischer Terminabsprache. Erreichbar ist das Tierheim unter der Rufnummer 03923/78 80 01 oder per E-Mail an tierheim.zerbst@web.de. Nähere Infos gibt es außerdem im Internet unter der Adresse http://tierheim-zerbst.de.

Zerbst l „Ich wollte schon immer Tierpfleger werden – in einem Zoo oder Tierheim", verrät Pamela Strahler. Auf indirektem Wege hat sich jetzt der Berufswunsch der 35-Jährigen erfüllt. Denn mit der Traumlehre klappte es nicht. Stattdessen absolvierte die gebürtige Deetzerin eine Ausbildung zur Gärtnerin. „Das war aber nicht so das Richtige für mich", gesteht die junge Frau. Statt für Pflanzen begeisterte sie sich vielmehr für die Tiere. „Ich habe als Kind schon von anderen die Hunde ausgeführt", erzählt sie.

Keine Frage, dass es bei Familie Strahler daheim ebenfalls echt tierisch zugeht. „Wir haben zwei Hunde und sechs Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten", listet Pamela Strahler auf. „Und mein Mann Frank besitzt Königspythen", ergänzt die Mutter zweier heranwachsender Söhne. Der jüngere von beiden würde lieber öfter die Schulbank gegen das Tierheim tauschen, berichtet sie schmunzelnd.

Neue Herausforderung

2010 hatte Pamela Strahler erstmals Kontakt zu der vereinsgetragenen Einrichtung an der Zerbster Kiesgrube. „Ich bin als Gassi-Geherin hergekommen", erinnert sie sich. Ein Ein-Euro-Job und weitere Maßnahmen im Tierheim folgten. Zwischendurch half sie ehrenamtlich mit.

Nun trat sie in die Fußstapfen ihres Vorgängers Dieter Hieronymus. „Der Vorstand vom Tierschutz-Verein Zerbst hat mich gefragt, ob ich die Leitung übernehmen würde", schildert die 35-Jährige, wie sie sich einer neuen Herausforderung gegenüber sah. Da sich das Tierheim längst zu ihrem zweiten Zuhause entwickelt hat, sagte sie zu.

„Ich arbeite mich langsam rein. Man wächst mit seinen Aufgaben", erklärt Pamela Strahler lächelnd. Neben ihrer bislang gesammelten Erfahrung ist ihr der neu gewählte Vereinsvorstand eine tolle Hilfe. „Sie unterstützen mich bei den bürokratischen Dingen", ist sie dankbar. Auch im Tierheim selbst packen die Vorstandsmitglieder an, wenn Personalnot ist.

Enge Personaldecke

Momentan sind vier Ein-Euro-Jobber in der Einrichtung beschäftigt. Hinzu kommen zwei Bufdis, die hier ihren Bundesfreiwilligendienst absolvieren. „Einer davon ist mein Mann", bemerkt Pamela Strahler. „Es gibt zudem eine Freiwillige, die bei den Katzen mithilft, und zwei Gassi-Geher, die mit Hunden spazierengehen", ergänzt sie.

Zweimal täglich würden die bellenden Vierbeiner ausgeführt, da seien ehrenamtliche Gassi-Geher eine wertvolle Entlastung. „Dann sind wir selber zeitlich nicht so eingespannt und können uns um andere Sachen kümmern."

Gassi-Geher gesucht

Wer Interesse hat, kann sich gern an Pamela Strahler wenden. Notwendige Voraussetzung, um mit einem Hund Runden zu drehen, ist die Gassi-Geher-Schulung. Details verrät die frisch gebackene Tierheimleiterin gern. Am meisten freut sie sich allerdings über geglückte Vermittlungen.

Derzeit bevölkern elf Hunde die Zwinger. Und auch drei Kaninchen hoppeln umher. Am höchsten ist die Anzahl der schnurrenden Samtpfoten. „Aktuell leben bei uns 57 Katzen", erzählt die 35-Jährige. Von 75 Stubentigern waren sie zwischenzeitlich auf 25 runter, bevor leider die nächste „Katzenschwemme" einsetzte.

Aufnahmestopp für Katzen

„Momentan ist erstmal Aufnahmestopp", erklärt Pamela Strahler. Sollte doch jemand mit kleinen Kätzchen kommen, wird er ans Dessauer Tierheim verwiesen.

Derweil laufen die Planungen für weitere Katzengehege. Auch eine Quarantäne für Hund und Katze soll eingerichtet werden. Vorgesehen ist ebenfalls die Pflasterung der Einfahrt.

Außengehege betoniert

Unterdessen konnte eine andere wichtige Maßnahme realisiert werden: „Die Außengehege sind jetzt betoniert. Das schaut zwar noch etwas kahl aus, ist aber hygienischer", erläutert Pamela Strahler. Die Gehege seien nun viel leichter zu säubern, berichtet sie von Dünndarm-Parasiten, die über Kot übertragen werden. Dem kann so mit Schlauch und Schrubber tatkräftig entgegengewirkt werden.

Bei den meisten Vierbeinern, die im Zerbster Tierheim landen, handelt es sich um Fundtiere. Während die kleinen Kätzchen meist rasch eine  liebevolle Familie finden, haben es solch ältere Katzendamen wie Lina deutlich schwerer.

Individuelle Vermittlung

Vor allem passt nicht jeder Hund mit seinem individuellen Charakter zu jedem. „Button guckt sich sein Herrchen genau an", weiß Pamela Strahler. Der sechsjährige Mischlingsrüde sei ein ganz netter, mag aber keine Kinder.

So hat jedes Tier seine Eigenheiten. „Wir beraten die Leute und schauen, was am besten passt", bemerkt die Leiterin. Auf der Internetseite des Tierheims werden übrigens alle Katzen, Hunde und Kaninchen im Bild vorgestellt, die sich über ein Zuhause zum Wohlfühlen freuen würden.