Zerbst l Kennengelernt haben sich Friederike und Danilo vor gut zehn Jahren über Freunde in Dessau. „Wir standen in der Schlange im Club „Scream“ und kamen ins Gespräch“, blickt Friederike zurück. Schon im Club habe es gefunkt. Über StudiVZ (vergleichbar mit Facebook) seien sie in Kontakt geblieben. „So richtig zusammen sind wir seit dem 4. April 2009“, erinnert sich die Braut genau. Fast genau zehn Jahre später hat sich das Paar nun am 4. Mai das Ja-Wort gegeben. In diesen zehn Jahren seien die beiden auch häufiger räumlich getrennt gewesen.

„Ich war während meiner Studienzeit mehrere Male zu Auslandsaufenthalten beispielsweise in England und China oder als Entwicklungshelferin in Kenia“, erzählt Friederike. Das habe ihre Liebe zueinander nie gefährdet, im Gegenteil: „Wir haben immer zusammengehalten und Danilo hat mich oft besucht“.

Danilo ist gebürtiger Dessauer und in Zerbst aufgewachsen, hat sein Abitur im Francisceum abgelegt und anschließend in Essen Maschinenbau studiert. Der 29-Jährige arbeitet derzeit als Ingenieur in der Automobilbranche.

Friederike ist in Zerbst geboren und aufgewachsen. Auch sie hat ihr Abitur im Francisceum abgelegt und danach berufsbegleitend in Essen und Münster BWL studiert. „Ich wollte eigentlich nicht ins Ruhrgebiet, bin aber wegen Danilo mit nach Essen gezogen und habe mir da noch einen Studienplatz gesucht“, sagt die 28-Jährige.

Der Antrag

Mittlerweile wisse sie aber die schönen Seiten und die Historie des Ruhrgebietes, wie die alten Zechen, zu schätzen. Sie arbeitet im Bereich Controlling in einer großen Unternehmensberatung.

Für den Antrag hatte Danilo einen Campingurlaub im Juli letzten Jahres in Bayern ausgewählt. „Es sollte etwas Besonderes sein und ein ganz besonderer Ort“, sagt der Bräutigam. Großes Ziel sei gewesen, die Zugspitze zu besteigen. „Um 6 Uhr startete die Wanderung, über 24 Kilometer Wegstrecke und 2191 Höhenmeter wollten überwunden werden. Mit Pausen brauchten wir neun Stunden nach oben und waren fix und fertig als wir oben am Münchner Haus auf der Gipfelplattform ankamen“, schildert Danilo den Aufstieg nach oben.

„Von Sonnenschein bis Schnee haben wir auf dem Weg nach Oben alles gesehen“, erzählt die Braut weiter. Dann sei der große Moment gekommen. „Auf der Plattform, bei einem atemberaubenden Blick, kniet Danilo plötzlich nieder, holt die Ringschachtel aus der Tasche und stellt die Frage aller Fragen. Ich war total überwältigt. Damit hatte ich nicht gerechnet, da Danilo eigentlich nicht heiraten wollte“, sagt Friederike strahlend.

Während der Abfahrt mit der Gondel sei sie immer noch so überwältigt gewesen, dass sie anfing, vor Glück zu weinen. „Andere Passagiere boten mir Bonbons und Kaugummi an, weil sie dachten ich weine, weil es mir nicht gut geht“, erinnert sich Friederike. Kurze Zeit später hätten dann auch die Vorbereitungen für den großen Moment begonnen.

Die Hochzeit

„Insgesamt 100 zählte die Gästeliste. Wir wollten eine große Feier mit all unseren Verwandten und Bekannten und sowohl eine standesamtliche als auch eine kirchliche Trauung“, sagt Friederike.

Da habe sich die Burg Walternienburg super angeboten. Die wichtigsten Dienstleister – Caterer, Florist und Fotograf – seien schnell gebucht gewesen. Die standesamtliche Trauung fand eine Woche vorher in kleiner familiärer Runde statt. „Für das Ja-Wort in der Kirche haben wir St. Trinitatis ausgewählt. Als Pfarrer habe ich direkt an Thomas Meyer gedacht, da ich ihn schon lange kenne und er mich auch getauft und konfirmiert hat“, berichtet die Braut.

Überraschungen

„In der Kirche gab es dann eine Überraschung für mich. Begleitet von Florian Straube hat Friederike „You raise me up“ gesungen – im Zusammenspiel mit der Akustik in der Kirche war das ein liebevoller, emotionaler und wunderschöner Moment“, beschreibt Danilo die Liebesbekundung seiner Friederike.

„Es war der bislang schönste Tag in unserem Leben. Alle Menschen, die wir mögen und mit denen wir gern Zeit verbringen, hatten sich um uns versammelt, um dieses für uns beide so wichtige Ereignis mit uns gemeinsam zu feiern“, ist sich das Paar einig.

Die Hochzeitsgäste haben das Brautpaar auf der Party dann noch mit einem lustigen Programm, Spielen und zahlreichen Reden überrascht.