Zerbst l „Die einzige Rasenfläche, die auf städtischem Grund noch gewässert wird, ist die im Freibad. Alles andere wäre zum einen nicht zu schaffen und zum anderen Wasserverschwendung“, sagt Bauhof-Chef Christian Lindner.

Rasen im Freibad wird bewässtert

Die Hitze und anhaltende Trockenheit stellen auch den städtischen Bauhof vor Herausforderungen. 10.000 Liter Wasser pro Tag werden derzeit täglich für die Bewässerung auf kommunalen Flächen benötigt. Wasser, das zuvor aus Brunnen in die fahrbaren Tanks gepumpt werden muss, um dann an die entsprechenden Plätze gebracht zu werden. „Stauden- und Wechselbepflanzungen sowie Bäume, die bis zu etwa sieben Jahre alt sind, bewässern wir - in der Stadt wie auch in den Ortschaften“, sagt Lindner. Alles andere wäre nicht zu schaffen.

Auch wenn einige Bäume schon von der Hitze sichtbar gekennzeichnet sind durch dörres Laub und hängende Äste, kann nicht vielmehr gemacht werden. Die Zahl der Bäume allein verhindert dies. Eine sachte Schätzung aller Bäume im gesamten Gebiet Zerbst beläuft sich nur in den geschlossenen Ortslagen auf etwa 15.000 Bäume - eher mehr. Ein genaues Baumkataster wird gerade erstellt. In Nedlitz beispielsweise hat man gerade die Zählung der Bäume für dieses Kataster abgeschlossen. Ergebnis, ohne verpachtete kommunale Flächen wie der Eckernkamp: 960 Bäume.

Notabwurf als Schutz

An den ländlichen Wegen außerhalb der geschlossenen Ortslagen stehen häufig Ersatz-/Ausgleichspflanzungen, die von Externen, zumeist Firmen, getätigt werden mussten, diese werden immer mit einem dreijährigen Pflegevertrag gepflanzt. Hier kümmern sich ebenfalls externe Baumpflegeunternehmen um den Erhalt.

Nichtsdestotrotz scheinen manche Bäume schon im Herbst angekommen zu sein. „Viele werfen ihr Laub schon ab, Notabwurf nennt man das und ist eine typische Schutzfunktion der Bäume“, sagt Lindner. Bei der Trockenheit sei das schon fast zu erwarten gewesen.

Natürlich sei der Bauhof nicht nur mit wässern beschäftigt, betont Lindner. Das käme eher noch on Top. Beetpflege, Straßenreinigung bleibe, in der Heimatfestwoche sogar noch die tägliche Reinigung des Festgeländes. „Einziger Vorteil ist, dass auch kaum noch was wächst“, sagt Lindner.

Ob die Zerbster Bäume diesen Sommer überleben werden, bleibt abzuwarten. „Das werden wir frühestens im Frühjahr sehen“, weiß der Bauhof-Chef. Schaffen es viele nicht, müsste über Ersatzpflanzungen nachgedacht werden. „Das wird allerdings abhängig von finanziellen Mitteln sein“, weiß er auch.

Baumspenden willkommen

Sollte es soweit kommen, sind Interessensbekundungen in Sachen Baumspenden gern gesehen. „Wer Interesse hat, einen Baum zu spenden, für und in seiner Ortschaft, kann sich da immer an das Grünflächenamt wenden“, sagt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella.