Zerbst/Steutz/Rietzmeck/Nedlitz/Eichholz l Der bisher heißeste Tag des Jahres mit Temperaturen örtlich zum Teil über 40 Grad Celsius führte auch für die Feuerwehren der Einheitsgemeinde zu einem wahren Einsatz-Marathon. Insgesamt sechs Alarmierungen hielten die Einsatzkräfte von morgens 8.30 Uhr bis zum späten Abend in Atem.

15 Feuerwehren

Mit dem größten Feuer hatten es die Wehren zwischen Steutz und Rietzmeck zu tun. Zunächst stand hier gegen 12.30 Uhr ein Getreidefeld auf einer Fläche von etwa sechs Hektar in Flammen. Trotz größter Anstrengungen konnten die angerückten Wehren nicht verhindern, dass das Feuer auf ein angrenzendes Waldstück übergriff.

Am Ende waren es neben den sechs Hektar Getreide auch etwa fünf Hektar Wald, die in Flammen standen. Insgesamt waren es 15 Feuerwehren, unter anderem die Ortswehren aus Zerbst, Steutz, Steckby, Aken, Rietzmeck, Neeken, Jütrichau, Rodleben, Roßlau, Meinsdorf, Leps, Lindau, Dessau-Süd und Dessau-Waldersee sowie die Berufsfeuerwehr Dessau mit weit mehr als 100 Kameraden, die gegen das Feuer kämpften.

Bilder

Probleme mit Wasserversorgung

Probleme bereitete den Einsatzkräften die Löschwasserversorgung. Das Wasser musste mit Tanklöschfahrzeugen aus dem Löschwasserteich Rietzmeck herangefahren werden.

„Eine Agrargenossenschaft aus Lindau unterstützte uns und kam mit einem 20.000 Liter Wasserträger zu Hilfe. Zwei weitere große Wasserträger kamen von Landwirten aus Steutz“, schildert Holger Müller von der Zerbster Ortswehr die Situation an der Einsatzstelle am Abend nach dem Einsatz.

Am Nachmittag hatten die mehr als 100 Einsatzkräfte das Feuer dann im Griff und kurze Zeit später auch gelöscht. „Die Kameraden aus Steutz und Steckby haben nach Abschluss des Einsatzes die Brandwache übernommen“, sagt Müller.

Gegen 11.40 Uhr dann die nächste Alarmierung: Feldbrand nahe Nedlitz. Auch hier stand ein Getreidefeld in Flammen. „Betroffen war eine Fläache von zirka vier Hektar“, sagt Denis Hofmann, Ortswehrleiter Deetz-Badewitz und Einsatzleiter. Das Brisante: Auch hier ist ein angrenzendes Waldstück bedroht.

Defekter Mähdrescher

„Aus diesem Grund haben wir vorsorglich zusätzliche Kräfte alarmiert. Die Einsatzstelle befand sich in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Bahnübergang am Ortseingang von Nedlitz. Am Ende konnten die mehr als 40 Einsatzkräfte das Übergeifen der Flammen auf das Waldstück verhindern. Nach knapp zwei Stunden war das Feuer gelöscht. Beteiligt waren die Wehren Deetz-Badewitz, Nedlitz, Lindau, Grimme, Reuden, Dobritz, Garitz und aus dem Jerichower Land die Ortswehren Schweinitz und Rosian. Danach folgten wie immer die intensive Reinigung der Einsatzfahrzeuge und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft“, schildert Denis Hofmann.

Eine weitere Alarmierung über einen Feldbrand nahe Wertlau, Pakendorf gegen 13 Uhr stellte sich jedoch als falsche Wahrnehmung heraus.

Am späten Nachmittag brannte dann erneut das Feld zwischen Steutz und Rietzmeck. Die Brandwache vor Ort entdeckte erneut Flammen, die vermutlich durch einen defekten Mähdrescher entzündet wurden. Wieder wurden mehrere umliegende Ortswehren alarmiert. Auch Landwirte waren erneut mit Wasserträgern zur Stelle. Die Löscharbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden.

Strohpresse in Flammen

Der vorerst letzte Alarm ging kurz vor 20 Uhr in der Leitstelle ein. Nahe der Ortschaft Eichholz stand eine Strohpresse in Flammen, die die Einsatzkräfte aus Zerbst, Nutha-Hohenlepte und Leps unmittelbar nach ihrem Eintreffen löschen konnten.

Der erste Alarm am Donnerstag ging bereits gegen 8.30 Uhr ein. Zahlreiche Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde werden zu einem Feldbrand nur an der Tochheimer Landstraße gerufen. Hier standen etwa 1,5 Hektar Getreide in Flammen (Volksstimme berichtete).

Die Frauen und Männer absolvierten am Donnerstag einen wahren Einsatz-Marathon und eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Im Gegenteil – ab heute gilt im gesamten Landkreis Anhalt-Bitterfeld und in Dessau-Roßlau die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5.

„Was die Feuerwehren derzeit leisten, ist enorm. Zur Einsatzhäufigkeit kommen die Temperaturen bei den Einsätzen unter voller Schutzausrüstung ja noch dazu. Wir können froh sein, über die ehrenamtlichen Kräfte zu verfügen. Die Betonung liegt hier auf ehrenamtlich und das zu jeder Zeit“, lobt Bürgermeister Andreas Dittmann die Einsatzkräfte.

Hierfür könne man nicht oft genug Danke sagen. „Ich hoffe sehr, dass bei allen, die auf Feld und Flur unterwegs sind, die Zigaretten aus bleiben, um die Brandgefahr nicht noch zu verstärken“, betont Dittmann.