Zerbst l Der vom Landkreis angekündigte neue Hort im Verwaltungsgebäude am Fischmarkt wird nicht rechtzeitig zum Schuljahresanfang fertig sein, ist jetzt bekannt geworden.

Entgegen den Prognosen gibt es in Zerbst eine Menge Kinder. Nachwuchs ist mehr da als gedacht. In diesem Zuge sind die Hortplätze knapp geworden. Die lange mit der Stadt Zerbst gesuchte Lösung sollte das Landkreisgebäude am Fischmarkt werden, das bei einer Büronutzung sofort bezugsfertig wäre, doch für eine Nutzung als Hort noch einmal angefasst werden muss, beispielsweise wegen Rettungswegen oder Bodenbelägen.

Landrat Uwe Schulze (CDU) rudert zurück

Als diese Lösung bekanntgegeben wurde, war Landrat Uwe Schulze (CDU) noch optimistisch gestimmt, dass das bis zum Schulstart in diesem Jahr möglich sei. Nun musste er beim jüngsten Kreistag zurückrudern.

„Die Planungsleistungen wurden beauftragt. Die Kostenberechnung des Architekten liegt vor, vorzulegen sind noch die Kosten im Bereich der Elektrofachplanung. Der Bauantrag ist gestellt, genehmigt wurde die erforderliche Baulast für den Fluchttreppenanbau zum Grundstück des Verbrauchermarktes. Das Brandschutzkonzept liegt der Fachbehörde zur Prüfung vor. Die Statik wird voraussichtlich in der zweiten Maihälfte zur Prüfung vorgelegt“, begann er mit der „Haben-Seite“.

Dann wurde es etwas dünner: „Frühestens im Juni können die Vergabeverfahren der Bauleistungen eingeleitet werden. Eine direkte Vergabe ist nicht möglich. Der voraussichtliche Baubeginn ist daher bei entsprechenden Firmenrückmeldungen frühestens zum Oktober zu erwarten. Die Bauzeit kann sich je nach Witterungslage bis in das Frühjahr 2019 ziehen“, konstatiert er.

Lokalpolitiker zeigen Unverständnis

Diese Information ist jetzt auch im Sozialausschuss der Stadt Zerbst angekommen und führte nur zu Kopfschütteln. Mitte Februar hatte der Kreistag die Mittel für den Umbau, immerhin eine halbe Million Euro, dafür freigegeben. Doch die Ambitionen, im August mit den Arbeiten fertig zu sein, glaubten die städtischen Lokalpolitiker schon damals nicht.

Schon zur Ausschusssitzung im März lagen mehr Hortplatzanmeldungen für das kommenden Schuljahr vor, wie Kinder den Hort verlassen werden, wurde da informiert. Nun sollen Ausnahmegenehmigungen seitens des Landkreises die bestehenden Horteinrichtungen weiter laufen lassen. Allerdings laufen der Hort An der Stadtmauer und der Hort bei den Zerbster Strolchen schon seit Jahren mit Ausnahmegenehmigung – und da gab es weniger Anmeldungen.

Das Jugendamt soll den Betreiber der beiden jetzigen Horte und des künftigen Hortes Fischmarkt, die Volkssolidarität, darüber informiert haben, wie der Stand ist.

Außerdem auch, dass die Anschaffungskosten, Innenausstattung und Außenspielgeräte, im Rahmen der Entgeltverhandlungen, in Form der Abschreibungen, Berücksichtigung finden werden. Doch die formale Erstanschaffung hat die Volkssolidarität zu tragen. „Dies ist durchaus üblich, da es sich bei den Kosten für die Anschaffung oder auch Ersatzbeschaffung um notwendige Kosten zur Betreibung einer Kindertageseinrichtung handelt“, so der Landrat.

Zwei Fragen bleiben offen

Hinten raus bleiben aber nun noch Fragen offen. Zum einen, ob, obwohl die beiden jetzigen betriebenen Hortstätten schon überbelegt sind, sie die voraussichtlich steigenden Kinderzahlen fassen könnten und sie dafür dann auch eine entsprechende Betriebserlaubnis des Landkreises bekommen können. Zum anderen muss man sehen was passiert, wenn die einzureichenden Angebote auf die Ausschreibungen hin, das eingeplante Geld im Haushalt überschreiten werden.