Ronney l Umso unordentlicher, umso mehr Ausstrahlung hat das Bild. Spachteltechnik ist angesagt. „Alle sind heiß darauf“, sagt Mallehrerin Christine Augustin. Sie ist erstaunt, dass sich so viele dafür interessieren. Das fängt bei Zwölfjährigen an und reicht bis zu Kursteilnehmern, die schon über 80 Jahre alt sind.

Christine Augustin selbst, die seit Jahren Bob Ross-Malkurse – früher in Strinum und Zernitz und jetzt im Umweltzentrum Ronney – durchführt, hat sich selbst durch andere Künstler inspirieren lassen. 2017 begann sie, die Spachteltechnik auszuprobieren. YouTube-Videos halfen ihr dabei. Dann entschloss sie sich, selber Kurse anzubieten. Mehrere Spachtelwochenenden in Ronney hat es inzwischen schon gegeben.

Kräftige Farben

Die Bilder haben etwas Besonderes, sie sind farbkräftig, modern und keineswegs langweilig. Das Farbspiel ist genial. Das zieht. Es ist ein Anreiz, selber so ein Bild entstehen zu lassen. Unter Anleitung von Christine Augustin kein Problem. Sie zeigt jeden Pinselstrich – in dem Fall Spachtelstrich. „Es ist eine ganz andere Technik, als mit dem Pinsel“, so die Expertin. Die Farben sind dieselben.

Bilder

Als Hilfestellung werden bestimmte Elemente am Anfang mit dem Bleistift vorgezeichnet, dann kommen die Farben ins Spiel. Fetzen für Fetzen wird aufgetragen, verblendet. Zunächst sieht alles verschwommen und verschleiert aus. Geradlinigkeit wird dann mit dem Spachtel erreicht. Eine ganze Palette Spachtel haben die Künstler zur Verfügung: breite, schmale, alle in verschiedene Formen.

„Die Bilder leben von der Unordentlichkeit“, so Christine Augustin. Zu Unordentlichkeit gehört auch Mut. Um die Bilder auf sich wirken zu lassen, sollte der Betrachter ein Stück zurücktreten. Im romantischen Licht steht die Bank unter der Laterne und lädt ein, Platz zu nehmen.

Ergänzungsstück

Zu „Nimm Platz“ passt das Bild „Im Park“ mit der nostalgischen Brücke in der gleichen Farbzusammensetzung. Für einige Teilnehmerinnen des „Im Park“-Kurses bot es sich an, die Bank als Ergänzungsstück zu spachteln. Auch Marlies Flemming hatte ihr Parkbild vom ersten Mal mitgebracht. „Das ist mal was ganz anderes“, zeigte sie sich von der Spachteltechnik begeistert. Ansonsten widmet sie sich der Aquarellmalerei, erzählte die Akenerin, die zum Malen immer wieder gern eine Kreuzfahrt von A bis Z – mit der Fähre von Aken nach Zerbst – unternimmt.

Beim Malen mit dem Pinsel will Brigitte Ritter aus Straguth lieber bleiben. „Das mit dem Spachtel ist nicht so meins“, befand sie. Beim Malen nach Bob Ross gehört sie dagegen längst zum Stamm der leidenschaftlichen Malerinnen. Da sind es schon 40 Bilder, die sie gemalt hat.

Kurse an diesem Wochenende

Auch wenn Spachteltechnik voll im Trend ist, wird weiterhin noch „normal“ mit Pinsel gemalt, versicherte Klaus Dieter Burkowski, Galerist und Hobbymaler, der seine Lebenspartnerin Christine meistens bei ihren Kursen begleitet und unterstützt und mit ihr die Galerie Augustburk betreibt. An diesem Sonnabend wird von 10 bis 17 Uhr an einer „Finca“ gearbeitet.

Am Sonntag, 29. April, steht dann wieder Spachteltechnik auf dem Programm. Da kommt eine „Tram“ gefahren. Ein Pärchen läuft im Laternenschein. Dafür ist von 10 bis 18 Uhr Zeit. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer Lust hat, kann mitmachen, Christine Augustin lässt sich auf jeden ihrer Schüler individuell ein.

Informationen und Motive finden sich im Internet, www.galerie-augustburk.de, Anmeldungen sind möglich unter 03301/5790508.