Zerbst l Wer schon einmal umgezogen ist, der kennt das: Die Gardinen passen nicht mehr, die Polstergarnitur ist zu groß oder zu klein, die Küchenmöbel passen nicht mehr in den vorgesehenen Raum. So ähnlich geht es derzeit der Zerbster Kindertafel. Der Umzug von Tafel und Kindertafel aus der Jeverschen Straße in die Grüne Straße läuft auf Hochtouren. Und nebenbei wird im neuen Domizil fleißig gewerkelt.

„Der alte Fußboden wird in Teilen entfernt, aus zwei kleineren Räumen wird ein Esszimmer mit integrierter Küche und neue Sanitärbereiche entstehen – für Jungen und Mädchen getrennt“, erläutert Kindertafel-Chefin Birgit Brandtscheit. Die Rede ist vom ehemaligen Schulgebäudekomplex im Ankuhn.

Magdeburger hat Grundstück gekauft

Der Magdeburger Unternehmer Mike Schrader hat das Grundstück samt Gebäude von der Stadt für Tafel und Kindertafel gekauft. Am bisherigen Standort in den Nebenräumen hinter dem sogenannten „Kreml“ läuft der Mietvertrag zum Jahresende aus. „Auch wenn der Mietvertrag mit dem jetzigen Eigentümer eine Option zur Verlängerung vorsieht, da mit dem Umbau zunächst in der Villa selbst begonnen werden soll, so hat uns doch die Ungewissheit, wie es weitergehen wird, Sorge bereitet“, sagt Brandtscheit.

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Außerdem wollten Birgit Brandtscheit und Tafel-Chefin Ute van Tulden so schnell wie möglich auch das Geld für die Miete einsparen, „die dankenswerterweise die vergangenen Monate von Mike Schrader gezahlt wurde, denn in unserem neuen Zuhause zahlen wir nur die Betriebskosten“, so Brandtscheit.

Kosten sind zu hoch

Natürlich bringe der Umzug auch Probleme mit sich. „So brauchen wir beispielsweise neue Elektrogeräte für die Küche, Waschmaschine und Trockner, Tische, Stühle, Bänke, Regale für Bastelmaterialien, Wandfarben, Fliesen, Keramik für die Sanitäranlagen, eine Wandtafel und Spielsachen“, zählt Birgit Brandtscheit auf. Insgesamt komme man auf eine Summe von etwa 15.000 Euro. „Für uns ist dies derzeit nicht zu stemmen“, sagt die Kindertafel-Chefin.

Alles, was an Fördermitteln beantragt werden könne, fließe erst einmal in die Tafel selbst. „Die Tafel, das heißt die Versorgung der Bedürftigen mit Lebensmitteln, hat Vorrang. So werden wir nach der Weihnachtsfeier am 20. Dezember hier in unserem neuen Zuhause die Angebote der Kindertafel, die wir für die Kinder vorhalten, vorläufig erst einmal einstellen, bis der Umbau und die Einrichtung der Räume einen Betrieb wieder zulassen“, erläutert die Leiterin der Zerbster Kindertafel.

Alle packen mit an

„Viel Hilfe und Unterstützung bekommen wir nach wie vor von Mike Schrader. Dennoch sind wir auf Geld- und Sachspenden sowie fleißige Helfer und Handwerker angewiesen. Natürlich packen alle mit an, sowohl die Kinder, die Eltern, Bedürftige und die ehrenamtlichen Helfer bei der Tafel wie Anja Wernicke, die sich seit Kurzem bei der Kindertafel engagiert“, freut sich Birgit Brandtscheidt.

Anja Wernicke unterstützt Brandtscheit bei allen anfallenden Arbeiten und bei der Betreuung der Kinder. Sie übernimmt beispielsweise auch die Hausaufgabenhilfe, Lern-, Lese-, Bastel-, Spiel-, Koch- oder Backnachmittage, die die Kindertafel für die Steppkes anbietet. „Das macht mir großen Spaß und die Kinder sind so bescheiden und dankbar“, begründet die bei Kindern beliebte und geachtete Polizistin und Regionalbereichsbeamtin im Zerbster Revierkommissariat ihr Engagement bei der Kindertafel.

Auf Spenden angewiesen

Wer die Kindertafel mit Geld- oder Sachspenden sowie mit Baumaterial oder Handwerksarbeiten unterstützen möchte, der kann unter der Telefonnummer 0152/03 72 07 82 mit Birgit Brandtscheit Kontakt aufnehmen.