Zerbst l „Schau mal, die Feuerwehr übt hier, wie man ein Auto aus der Elbe holt“, sagt ein Herr zu seiner Frau, während sie auf die Fähre warten und ihre Blicke über den Fluss schweifen. Auf den ersten Blick sieht alles aus wie eine Übung, ist es aber nicht.

Kurz zuvor: Die Elbfähre befindet sich auf der Akener Seite. Da hören die Fährmänner ein Plätschern und sehen wie ein Kleinwagen auf der Steutzer Seite in den Fluss rollt. Das Auto treibt noch etwa 200 Meter stromabwärts und kommt dann zum Stehen.

Niedriger Wasserstand positiver Umstand

Die Fährmänner überlegen nicht lange, machen das Beiboot der Fähre klar und eilen zu Hilfe. Sie befreien den 77-jährigen Mann aus dem Landkreis Salzwedel aus seinem Fahrzeug und bringen ihn an Land.

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Außer einem riesen Schrecken, hat der Senior glücklicherweise nur leichte Verletzungen davon getragen und wird ins Krankenhaus nach Köthen gebracht.

Außer seinem Schutzengel kam dem Verunglückten und den Rettern der durch die lang-anhaltende Trockenheit verursachte niedrige Wasserstand der Elbe zu Hilfe.

Der Elbe-Pegel bei Aken beträgt derzeit nicht einmal mehr 50 Zentimeter. So konnte der Polo nicht weiter abtreiben und ging auch nicht unter, sondern ragte oberhalb der Türgriffe aus dem Wasser.

Mit Seilwinde aus der Elbe

Inzwischen ist die Akener Feuerwehr an der Unglücksstelle eingetroffen, die ihre Zerbster Kollegen und die Kameraden der DLRG-Ortsgruppe Zerbst-Roßlau zu Hilfe holen. Auch die Polizei und die Wasserschutzpolizei sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus Aken sind vor Ort.

„Taucher haben zunächst die Stelle, an der das Fahrzeug gestrandet ist, begutachtet“, sagt Christian Nilges von der Zerbster Feuerwehr.

„Dann befestigen DLRG-Taucher ein Seil am Heck des VW-Polo und die Zerbster Kameraden ziehen das Auto mittels Seilwinde aus dem Fluss“, erklärt er weiter.

„Dem Mann geht es den Umständen entsprechend gut, muss aber zur Beobachtung noch in der Klinik bleiben“, teilt Polizeisprecher Michael Däumich mit. Das Fahrzeug hat einen Totalschaden. Der Fährverkehr wurde durch den Einsatz von Feuerwehr und DLRG nicht beeinträchtigt.

Wieso der Mann in die Elbe rollte, ob er vielleicht Gas und Bremse verwechselte, oder gesundheitliche Probleme hatte, ist noch völlig unklar. „Die Ermittlungen dazu dauern noch an. Hier werden die Beamten noch das Gespräch mit Fahrer und auch Arzt suchen. Denn die Unfallursache muss geklärt werden“, so der Polizeisprecher.