Zerbst l „Katastrophale Situation vor der Schwimmhalle“, „Hallenbad. Bauhof im Dauereinsatz“ – das sind nur zwei der aktuellen Schlagzeilen, die die derzeitige Situation an den Bushaltestellen in der Wolfsbrücke widerspiegeln. Immer wieder kommt es in diesem Bereich zu Vandalismus und Ruhestörungen. Daneben ist eine enorme Vermüllung zu verzeichnen, die sich über Gehweg, Straße und Parkplatz bis über die Rabatte hinzieht.

Nächtliche Partyspuren

Erst am vergangenen Sonntag rückte Bauhofleiter Michael Lindner aus, um all die Scherben zu beseitigen, die verstreut auf der Fahrbahn lagen. Und das nicht zum ersten Mal. Mittlerweile sind er und seine Mitarbeiter beinahe jedes Wochenende im Einsatz, um die nächtlichen Partyspuren zu beseitigen. Der Ärger sitzt inzwischen tief und das nicht nur bei ihm. Schwimmmeisterin Sandra Lisso kann über die Sachbeschädigungen an der Schwimmhalle nur den Kopf schütteln. Drei zerstörte Scheiben in der Frontfassade waren zuletzt zu verzeichnen. Die Polizei bestreift das Gelände inzwischen regelmäßig.

Nun wird seitens der Stadt gehandelt, um zumindest zu versuchen, dem Problem entgegenzutreten. So sollen der Parkplatz und die Bushaltestellen mit zusätzlicher Beleuchtung ausgestattet werden. Das ist das Ergebnis der aktuellen Amtsleiterberatung im Rathaus, über die Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss informierte. Ausgeleuchtete Flächen seien weniger einladend, sich dort aufzuhalten, meinte er.

Videoüberwachung ist schwierig

Darüber hinaus soll eine zusätzliche Bestreifung durch den Sicherheitsdienst erfolgen, der bereits seit einigen Jahren für die Stadt tätig ist. In erster Linie „bestreift dieser öffentliche Objekte und setzt unser Hausrecht um“, erläuterte Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella gegenüber der Volksstimme. Nun soll der Sicherheitsdienst den Bereich an der Schwimmhalle verstärkt im Auge behalten – neben der Polizei, mit der er eng zusammenarbeitet.

Eine Videoüberwachung zu installieren, sei schwierig, griff Dittmann einen weiteren bereits ins Gespräch gebrachten Vorschlag auf. Zumal die Straßenlaternen, an denen die Kameras angebracht werden könnten, nicht sehr hoch sind, sagte er mit Blick auf deren mögliche Zerstörung anmerkte, ohne diese konkret zu benennen.

Aufenthalt teilweise verbieten?

Was noch geschehen soll, ist ein Erfahrungsaustausch mit anderen Gemeinden hinsichtlich einer „zeitlichen Nutzungseinschränkung“, wie es der Bürgermeister ausdrückte. Das hieße, den Aufenthalt an den Bushaltestellen ab einer bestimmten Uhrzeit zu verbieten. Wer sich dann noch in diesem Bereich aufhält, müsste mit einem Platzverweis rechnen. Eine solche Regelung mache aber wenig Sinn, wenn sie nicht durchsetzbar sei, bemerkte Dittmann.

Fakt ist: „Der jetzige Zustand ist nicht mehr hinnehmbar“, betonte der Rathauschef. Niemand habe etwas dagegen, dass sich die Jugendlichen dort an der Schwimmhalle treffen. Weshalb dies allerdings in der Zerschlagung von Fensterscheiben münde, erschließe sich ihm nicht, so Dittmann.

Mario Rudolf (Freie Fraktion Zerbst) warf noch die Frage ein, ob womöglich die abendliche Sperrung des Spielplatzes an der Wolfsbrücke für eine Verlagerung der Jugendlichen sorgt. Erst kürzlich wurde der hintere Bereich des langgestreckten Abenteuerspielplatzes – ebenfalls ein beliebter Rückzugsort für junge Leute – eingezäunt, um ihn künftig zwischen 22 und 7 Uhr verschließen zu können.

Dass diese Maßnahme etwas mit dem vermehrten Vandalismus vor der Schwimmhalle zu tun habe, verneinte der Bürgermeister. „Die Bushaltestellen sind schon vorher Anlaufpunkt in unterschiedlicher Ausprägung gewesen“, entgegnete Dittmann. Seit Jahresbeginn hat sich die Situation nun jedoch verschärft. Allein sechs Strafanzeigen gingen bis Anfang März bei der Polizei ein. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt nur elf.