Zerbst l 643 Arbeitsstunden haben die Frauen und Männer des Fördervereins des Zerbster Wasserturms 2015 geleistet. Die Zeit, welche die Ehrenamtlichen für Organisatorisches sowie die Durchführung von Veranstaltungen und Aktionen aufgebracht haben, sind darin nicht eingerechnet, wie Sigrun Knäbel auf der Mitgliederversammlung erläuterte. Die Vorsitzende lobte das Engagement ihrer Mitstreiter. „Wir sind eine tolle Truppe. Jeder hilft nach seinen Möglichkeiten“, freute sie sich.

Allein über 300 Stunden investierten die Vereinsmitglieder in die Erneuerung des Zaunes. „Das war eine Herausforderung“, blickte Sigrun Knäbel auf das anspruchsvolle Unterfangen zurück. Denn zunächst einmal musste der alte Maschendrahtzaun entfernt werden. Sie erinnerte an die maroden Betonklötze und den verrosteten Draht, die den Abbau deutlich erschwerten. Für den neuen, gut 125 Meter langen Zaun galt es, 48 Pfosten zu setzen und sich dabei durch störendes Wurzelwerk zu kämpfen. Letztlich jedoch ein lohnenswerter Einsatz. „Man hört nur angenehme Äußerungen“, berichtete die Vorsitzende. Neben der Erhöhung der Sicherheit – drei Einbrüche gab es zuvor – hat die Maßnahme deutlich zur optischen Aufwertung des Geländes beigetragen. Nicht unerwähnt ließ Sigrun Knäbel die positive Unterstützung von Sponsoren. Auch die Stadt Zerbst als Objekteigentümer beteiligte sich mit einem Zuschuss von 6000 Euro, mit dem die Materialkosten gedeckt werden konnten.

Tatkräftig Hand angelegt werden musste ebenfalls an der Überdachung im Freien. Kaum hatten die Besucher anlässlich der Turmöffnung am Weltwassertag die geschützte Sitzmöglichkeit genossen, deckte ein Sturm das Dach zwei Tage später wieder ab, erzählte Sigrun Knäbel. Die benötigten Bretter für die Schadensbeseitigung stellte eine Privatperson zur Verfügung, während die Ein-Euro-Jobber bei jener mithalfen. Überhaupt äußerte sich die Vereinsvorsitzende zufrieden mit der Leistung der beiden Kräfte, die vielfältige Aufgaben wahrnahmen – sie mähten Rasen, bauten Kompostumrandungen, reparierten das Pflaster. Auch für 2016 seien Ein-Euro-Jobber beantragt, so Sigrun Knäbel. Ob sie welche erhalten, ist momentan jedoch offen. Fest steht, dass am 19. März ein Arbeitseinsatz für alle Mitglieder anberaumt ist, um Gebäude und Gelände für die am 26. März beginnende Saison herzurichten. Darüber hinaus stehen noch weitere Dinge auf der Liste wie die Sanierung der Innenwände in der Brunnenstube „Quelle“, die Betreuung von Gästen durch Führungen oder auch die Gestaltung der Tombola.

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Oberste Priorität hat die Gewinnung von weiteren Spenden, um den erforderlichen Eigenanteil für die Sanierung der Außenhülle des Wasserturms aufzubringen. Die Gesamtkosten sind mit derzeit rund 450 000 Euro kalkuliert. Auf eine Förderung über das europäische Leader-Programm wird gehofft. Mittlerweile findet sich das Projekt in der Prioritätenliste für 2017. „Wir brauchen mindestens 70 000 Euro Eigenmittel“, informierte Sigrun Knäbel.

Momentan beläuft sich der Kassenbestand des Vereins auf gut 55 500 Euro, wie Inge Hensel darlegte. Rund 7662 Euro konnten 2015 an Spenden von Betrieben und Gewerbetreibenden sowie den eigenen Mitgliedern eingenommen werden, sprach die Schatzmeisterin allen einen herzlichen Dank aus. Die bislang zusammengetragene Summe sei ein „guter Start für unsere große Aufgabe“, meinte sie. Dennoch reicht es noch nicht. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, zückten die Anwesenden ihre Geldbörsen und gaben am Versammlungsabend den symbolischen Startschuss für die bevorstehende Spendensammlung.